Kreisgemeinde Weiningen
Stimmberechtigte haben entschieden: Die Oberstufe soll bald einen neuen Schulsozialarbeiter erhalten

An der Kreisgemeindeversammlung am Mittwochabend befand das Unterengstringer, Weininger, Geroldswiler und Oetwiler Stimmvolk auch über zusätzliche 80'000 Franken im Budget des Friedhofverbands.

Virginia Kamm
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Besser gefüllt als auch schon: Der Saal des Oberstufenschulhauses Weiningen am Mittwochabend.

Besser gefüllt als auch schon: Der Saal des Oberstufenschulhauses Weiningen am Mittwochabend.

Virginia Kamm

47 Stimmberechtigte aus Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil trafen sich am Mittwochabend im Saal des Oberstufenschulhauses Weiningen zur Kreisgemeindeversammlung. Sie befanden über das Budget 2022 des Friedhofverbands, das Budget der Oberstufenschulgemeinde, mehr Stellenprozente bei der Schulsozialarbeit und die neue Gebührenverordnung der Oberstufe. Im Anschluss stimmte die reformierte Kirchgemeinde ebenfalls über ihr Budget ab. Es dürfte die letzte Friedhofversammlung gewesen sein: Am Sonntag befindet das Volk über die Statutenrevision des Zweckverbands. Deshalb gab es im Anschluss einen «Wehmutsapéro», wie der Weininger Gemeindepräsident Mario Okle (parteilos) ihn betitelte.

Okle, der auch Präsident der Friedhofkommission ist, rekapitulierte, dass die Kreisgemeinde im laufenden Jahr bisher 99 Todesfälle verzeichne und 66 der Verstorbenen auf dem Friedhof in Weiningen ruhen. Er sagte:

«Das Dach des Friedhofgebäudes muss aufgrund von Moosbefall saniert werden.»

Das Holzgebälk sei stärker beschädigt als gedacht, deshalb soll es durch ein Metalldach ersetzt werden, was allerdings nicht mehr wie geplant dieses Jahr möglich sei.

Weil die 80'000 Franken für die dringende Sanierung im Budget 2022 noch nicht einberechnet waren, beantragte die Vorsteherschaft, die Investition nachträglich einzustellen. Die Anwesenden stimmten dem Antrag mit grosser Mehrheit zu. Auch das Budget, das nun bei einem Gesamtaufwand von 559'000 Franken und einem Gesamtertrag von 46'000 Franken einen Aufwandüberschuss von 513'000 Franken ausweist, wurde grossmehrheitlich angenommen.

Ideal wäre ein männlicher Schulsozialarbeiter

Für mehr Gesprächsstoff sorgte die Abstimmung der Oberstufenschulgemeinde zur Erhöhung der Stellenprozente bei der Schulsozialarbeit: Weil die Auslastung der Schulsozialarbeiterin, die im 80-Prozent-Pensum angestellt ist, enorm angestiegen sei und die Schulsozialarbeit so nicht mehr dem Konzept der Oberstufe Weiningen entspreche, soll eine 60-Prozent-Stelle hinzukommen.

Schulsozialarbeiterin Franziska Schenker sagte, dass die Erhöhung für alle eine Entlastung bedeuten würde, vor allem, sollte sie einmal abwesend sein. Zudem wäre ein männlicher Schulsozialarbeiter eine ideale Ergänzung, da weniger Jungen als Mädchen ihre Hilfe in Anspruch nehmen. Momentan habe sie zwar Zeit für Einzelberatungen mit den Schülerinnen und Schülern, allerdings kaum für Präventionen in den Klassen.

Schenker stellte eine zweite Variante vor, nämlich eine Aufstockung der Schulsozialarbeit um 40 Prozent. «Das wäre zwar eine Verbesserung zu jetzt, aber es wäre nicht das volle Programm», sagte sie. Zudem wäre es bei dieser Variante allenfalls nötig, temporär Fachpersonen einzukaufen. Vier Lehrpersonen der Oberstufe Weiningen im Publikum sprachen sich für die erste Variante mit den zusätzlichen 60 Stellenprozenten aus. Der Unterengstringer Gemeindepräsident Simon Wirth (FDP) fragte, ob es eine Erfolgskontrolle gäbe und wieso Variante eins besser sei als Variante zwei, was mit den erwarteten steigenden Schülerzahlen begründet wurde. Die Stimmberechtigten nahmen die erste Variante schliesslich mit rund einer Handvoll Gegenstimmen an.

Anfang 2022 folgen Informationen zum Erweiterungsbau der Oberstufe

Das Budget 2022, das bei einem Gesamtaufwand von 10,97 Millionen Franken und einem Gesamtertrag von 10,75 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von 216'000 Franken ausweist, wurde von den Stimmberechtigten mit grosser Mehrheit angenommen. Der Steuerfuss wurde auf gleichbleibende 18 Prozent festgesetzt. Die neue Gebührenverordnung der Oberstufenschulgemeinde kam sogar einstimmig durch. Diese wurde nötig, weil mit der Totalrevision des Gemeindegesetzes 2018 die entsprechende regierungsrätliche Verordnung wegfiel. Schulpräsident Michel Meier sprach im Anschluss den geplanten Erweiterungsbau auf dem Schulareal an. Eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung sei Anfang nächstes Jahr vorgesehen.

Zuletzt befanden die 17 anwesenden Stimmberechtigten der reformierten Kirchgemeinde Weiningen über ihr Budget und den Steuerfuss des kommenden Jahres. Bei einem Gesamtaufwand von 2,21 Millionen Franken und einem Gesamtertrag von 2,18 Millionen Franken bleibt ein Aufwandüberschuss von 30'000 Franken. Die Gemeindemitglieder genehmigten das Budget und den gleichbleibenden Steuerfuss von elf Prozent einstimmig. Kirchenpflegepräsident Simon Plüer wies im Anschluss auf die Abstimmung am Sonntag zur Totalsanierung des Kirchenzentrums Geroldswil für 6,9 Millionen Franken hin. Zudem informierte er, dass für die kommende Amtsperiode vier Sitze in der Kirchenpflege und drei in der Rechnungsprüfungskommission vakant seien. Nach einer Stunde und 43 Minuten wurden schliesslich alle Anwesenden in den Apéro entlassen.

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