Rund 7500 Fahrzeuge befahren die Regensdorferstrasse in Weiningen von Montag bis Freitag täglich. Das zeigen Verkehrszählungen für das Jahr 2013. Gemäss Gemeinderat dürfte sich diese Zahl in den nächsten Jahren noch erhöhen – trotz Ausbau der Nordumfahrung Zürich. Er beruft sich dabei auf Prognosen von Verkehrsingenieuren. Das sei ein alarmierender Zustand und bewog den Gemeinderat dazu, sich betreffend der Kreuzung Umfahrungs-/Dietikoner-/Niederholzstrasse «immer für die Beibehaltung eines Verkehrsknotens mit Lichtsignalanlage einzusetzen», schreibt er in einer Antwort auf eine Anfrage von Werner Bösch.

Dieser wollte vom Gemeinderat wissen, ob das Thema Kreisel an besagter Kreuzung bereits diskutiert worden sei, und wenn ja, welches die Gründe gewesen seien, dass er nicht gebaut wurde. Bösch bezieht sich auf die Verkehrssituation diesen Frühling. Damals wurden an der Umfahrungsstrasse Unterhaltsarbeiten durchgeführt und der Verkehr temporär durch Weiningen geführt. Zudem wurde ein provisorischer Kreisel an der Kreuzung erstellt. Laut Bösch mussten die Verkehrsteilnehmer in dieser Zeit an der Kreuzung selten warten. «Der Verkehrsfluss war langsam aber flüssig. Kaum ist der Kreisel zurückgebaut, fängt das Warten und Schlangenstehen wieder an», so Bösch.

Idee für Kreisel wurde verworfen

Wie der Gemeinderat nun schreibt, handle es sich sowohl bei der Umfahrungsstrasse wie auch bei der Dietikoner- und bei der Niederholzstrasse um Staatsstrassen, über die der Kanton das alleinige Bestimmungsrecht habe. Die Gemeinde werde jedoch bei anstehenden Strassenbauvorhaben vorgängig angehört und deren Ansichten in die kantonalen Überlegungen miteinbezogen.
«Im Zusammenhang mit der Planung der verkehrlich flankierenden Massnahmen zum Ausbau der Nordumfahrung Zürich wurden Überlegungen getätigt hinsichtlich der Projektierung eines Kreisels bei der besagten Kreuzung», so der Gemeinderat. Von diesem Vorschlag sei jedoch abgesehen worden, weil ein Kreisel den Verkehr zwar verflüssigen, jedoch in keiner Weise steuern könne. «Und mangelnde Steuermechanismen wirken sich auf die Situation von Weiningen sehr nachteilig aus», heisst es weiter.
Das übergeordnete Strassennetz bezwecke, dass Wohngebiete soweit möglich von Verkehrsflüssen verschont bleiben, hält der Gemeinderat fest. «Allerdings lässt sich bereits anhand der heutigen Situation nachweisen, dass die durch Weiningen führenden Durchgangsstrassen für sehr viele Auto- und Lastwagenfahrer beliebte Ausweichrouten darstellen, die nicht nur im Falle von eintretenden Verkehrsüberlastungen beansprucht werden», schreibt der Gemeinderat.

In diesem Sinne würden die in Weiningen auf den kantonalen und kommunalen Strassen geplanten Verkehrsberuhigungsmassnahmen unter anderem darauf abzielen, die Attraktivität der Durchgangsstrassen soweit zu mindern, dass diese vom Schleichverkehr möglichst ausser Acht gelassen werden. Ein Kreisel bei der Kreuzung Umfahrungs-/Dietikoner-/Niederholzstrasse würde dieser Zielsetzung in hohem Masse zuwiderlaufen. Die mit einem Kreisel animierte Verkehrsdurchlässigkeit würde nicht nur die Wartezeiten für die Dorfbevölkerung von Weiningen aufheben, sondern gleichzeitig auch für die übrigen Verkehrsteilnehmer. «Dies führt unweigerlich zu einem noch höheren Verkehrsaufkommen in Weiningen.»