Schlieren

Kreative sollen ins Limmattal gelockt werden

Andreas Föllmi von «Start Smart» zeigt Bilder, die heute Abend, während des kreativen Austauschs präsentiert werden.

Andreas Föllmi von «Start Smart» zeigt Bilder, die heute Abend, während des kreativen Austauschs präsentiert werden.

«Kunst und Innovation» will mit einer Veranstaltungsreihe die Kreativwirtschaft vernetzen und fördern. Junge Kreative nach Schlieren zu holen, sei jedoch noch nicht geplant.

Was in Zürich schon seit mehreren Jahren als beachtlicher Wirtschaftszweig angesehen wird, soll nun auch in Schlieren Fuss fassen. Die Rede ist von der Kreativwirtschaft. Doch welche Unternehmen lassen sich genau in die Sparte der Kreativwirtschaft einteilen? Laut Definition des britischen Amtes für Kultur, Medien und Sport – in England Ende der 1990er-Jahre wurde der Begriff erstmals geprägt – sind damit Unternehmen gemeint, deren Produkte oder Dienstleistungen eine bedeutende immaterielle Komponente innewohnt. So gehören etwa Werbeschaffende, Architekten, Regisseure und Modedesigner, aber auch bildende Künstler, Schriftsteller und Softwareentwickler in diese Sparte. Kreative Berufe im weitesten Sinne also.

Nun versucht «Start Smart Schlieren» Unternehmen der Kreativwirtschaft, das Limmattal schmackhaft zu machen. Der Verein unterstützt erstmals den Anlass «Kunst und Innovation», an dem sich kreative Unternehmen austauschen können. Andreas Föllmi von «Start Smart Schlieren» weiss, dass das Netzwerken in diesem Wirtschaftszweig zentral ist. «Primär sollen Leute zusammengebracht werden, die gemeinsam neue Ideen und Konzepte verwirklichen können.» Das Ganze geschieht in einem lockeren Rahmen mit kurzen Referaten, Firmenporträts und einem Apéro riche. Automobildesigner Frank M. Rinderknecht zeigt in seinem Referat den Weg von der Idee zur Innovation, Max Kuhn stellt sein Kunst-Unternehmen Col Art vor. Im Anschluss haben vier Jungunternehmen jeweils zwei Minuten Zeit ihre Produkte zu präsentieren. An Infoständen können die Besucher anschliessend das persönliche Gespräch suchen und in Erfahrung bringen, wie Kreativität wirtschaftlicher Erfolg bringen kann.

Ein Schwerpunkt für Zürich

Dass mit der Swisscom gleich ein renommierter Sponsor für «Kunst und Innovation» gefunden werden konnte, freut Föllmi sichtlich. «Oftmals haben Wirtschaftsvertreter ein konservatives Bild der Kunst», sagt er. Dies zeichne sich dadurch aus, dass die Wirtschaft das Geld zur Verfügung stelle und die Kunst es wieder ausgebe. «Dass man auch in kreativen Berufen Geld machen kann, dessen muss sich die Wirtschaft erst bewusst werden», so Föllmi. Dabei sei in jedem Alltagsgegenstand Design enthalten – «fast jeder Lebensbereich wird von Köpfen der Kreativwirtschaft mitgeprägt.»

Dies hat die Stadt Zürich schon lange erkannt. Auf ihrer Homepage (hier geht's zur Anmeldung) verweist sie darauf, dass auf dem kommunalen Arbeitsmarkt rund 9 Prozent der Beschäftigten und 19 Prozent der Betriebe in dieser Branche angesiedelt sind. Sie erwirtschaftet eine Bruttowertschöpfung von 3,2 Milliarden Franken – Tendenz steigend. Der Zürcher Stadtrat sah dieses Potenzial und verlieh der Förderung der Kreativwirtschaft politisches Gewicht, indem er sie zu einem Schwerpunkt der Amtsperiode bis 2014 bestimmte.

Dass die Kreativwirtschaft neben dem Biotech- oder Life-Science-Cluster, ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein für Schlieren werden könnte, glaubt die Stadt offenbar nicht. Wie Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin auf Anfrage sagt, seien vonseiten der Standortförderung bislang noch keine Massnahmen geplant, um junge Kreative nach Schlieren zu holen. Auch genaue Zahlen zu den ansässigen Unternehmen sind noch nicht vorhanden. Möglich, dass heute der Grundstein für einen weiteren Cluster gelegt wird. Denn laut Andreas Föllmi sollen noch weitere Veranstaltungen in dieser Form folgen.

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