Vorbereitungen
Kränze, Kerzen und Gestecke - Dietiker Weihnachtsmarkt steht vor der Tür

Kathrin Perler bereitet sich derzeit Tag und Nacht auf den Weihnachtsmarkt vor.

Bastian Heiniger
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Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt in Dietikon
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Kerzen in verschiedenen Farben schmücken die Kränze.
Kleine Engel machen die Blumenkränze attraktiv.
So sah es letztes Jahr aus: Adventskerzen, Engelsfiguren und zahlreiche weitere Dekorationen können sich die Besucher des Dietiker Weihnachtsmarktes gleich kaufen.
Bastelwaren.
Allgemeiner Marktbetrieb.
Adventsschmuck und Konfitüren.

Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt in Dietikon

Bastian Heiniger

Kathrin Perler nimmt eine Pfanne und stellt sie aufs Bügelbrett. Dann schlüpft sie in Handschuhe, nimmt einen Nadelzweig und bindet ihn um die Pfanne. Der Kranz erhält dadurch eine schöne Rundung.

Die Kunsthandwerkerin bastelt seit Jahren Kränze und Dekorationen für den Dietiker Weihnachtsmarkt. Obwohl sie pensioniert ist, hat sie momentan nicht viel Zeit. Sie sei ziemlich im Schuss, habe sogar Nachtschichten gehalten. Doch das sei normal. Sie müsse so knapp in der Zeit sein. Wenn Kathrin Perler am Samstag ihre Weihnachtskränze anbietet, sollen diese so frisch wie möglich sein. Erst zehn Tage vor einem Markt beginnt sie jeweils zu stecken, flechten und dekorieren.

Auf dem Balkon stehen bereits die ersten fertigen Kränze und Gestecke. Grün, weiss und silbern sind sie. Nicht zu bunt. «Ich mag keinen Schnickschnack», sagt Perlen. Reduziert bedeutet jedoch nicht einfach. Am Schluss nehme sie noch einmal alle hervor und schaue, ob die Details stimmen. Das dauere dann immer am längsten. Aber die Details seien ihr halt wichtig. Perler geht denn auch nicht nach einem Entwurf oder Plan vor, sondern verlässt sich auf ihre Intuition. Spontan entscheidet sie, dass der Kranz, den sie um die Pfanne gewickelt hat, nicht mit Kerzen, sondern mit einer elektrischen Lichterkette versehen werden soll. Rasch holt sie eine Kartonschachtel aus dem Regal, nimmt eine kleine weisse Lichterkette heraus und wickelt diese sorgfältig um den Kranz.

Kunstgewerbeschule war zu teuer

Kunsthandwerk macht Kathrin Perler nicht des Geldes wegen. Zwar sei es ein guter Nebenverdienst. Aber davon leben könne sie nicht. Dekorationen zu basteln und auszustellen, das bedeute ihr viel, sagt sie. Schon als Kind gestaltete sie gerne. Allerdings fanden ihre Eltern, die Kunstgewerbeschule sei zu teuer. Stattdessen musste sie arbeiten gehen. Als Erwachsene besuchte sie dann einige Semester im Werkseminar in Altstetten. An ihrer ersten Ausstellung zeigte sie Puppen, deren Hände und Gesichter sie modellierte und deren Kleider sie nähte. Doch auf einmal hatte sie genug davon, konnte keine Puppen mehr sehen. Weil sie aber noch viel vom teuren Stoff besass, begann sie Hühner zu basteln. Nicht gewöhnliche, sondern ausgeflippte. Hühner im Techno- und Punklook. Solche, die man an der Street Parade antreffen könnte, sagt sie. Kathrin Perler widmet sich also nicht nur besinnlichen Themen. Sie bastelt etwa auch Schmuck aus schwarzen Dichtungsringen oder entwirft wilde Fasnachtskostüme.

Den Traum von der eigenen Boutique, in der sie ihr Kunsthandwerk verkaufen könnte, ging zwar nicht in Erfüllung, dafür hat sich Perler in ihrer Wohnung ein Atelier eingerichtet. In den Regalen stehen Pinsel, Scheren, Kleber, in einem Schrank hat sie Stoffe, Ketten und allerlei Utensilien, um Schmuck herzustellen.

Auf einmal klingelt es an der Tür. Perler kommt zurück mit einem Paket, das der Pöstler gebracht hat. Das seien ihre Mäuse, sagt sie und öffnet die Schachtel. Den Kunststoffmäusen wird sie nun Flügel ankleben und sie zu Engeln umgestalten. Am letzten Markt habe sie davon alle verkauft.