Knapp 10 000 Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren leben in den Gemeinden Schlieren, Dietikon und Urdorf. In der Stadt Zürich machen Personen unter 20 Jahren gut 16 Prozent der Bevölkerung aus. Die Prämien der Grundversicherung steigen 2017 für den Kanton Zürich im Schnitt um 3,7 Prozent.

Besonders aber steigen die Prämien für Kinder mit 5,9 Prozent und jungen Erwachsenen mit 4,3 Prozent. Entsprechend wäre gerade für Familien mit Kindern ein Krankenkassenwechsel auf Ende des Jahres eine finanzielle Entlastung.

Infogram: Veränderung Grundversicherungsprämie für Kinder im Kanton Zürich

Sparmodelle kosten mehr

Im Limmattal kostet die durchschnittliche Prämie für ein Kind zwischen 0 und 18 Jahren ab 2017 monatlich 106.30 Franken. Für einen jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 26 Jahren kostet die Prämie rund 405.61 Franken im Monat. Beim Kind ergibt sich mit einem Kassenwechsel von der teuersten zur günstigsten ein jährliches Sparpotenzial von 644.40 Franken, für junge Erwachsene liegt dieses gar bei 3326.40 Franken. Erwachsene können mit einem Kassenwechsel – ebenfalls von der teuersten zur günstigsten gerechnet – rund 3103 Franken sparen. Die Beträge sind für Standard-Versicherung mit Unfallversicherung und der tiefsten Franchise gerechnet.

Infogram: Veränderung der Grundversicherungsprämie für junge Erwachsene (18-26) im Kanton Zürich

Für Familien mit zwei kleinen Kindern ist ein Sparbetrag von knapp 7500 Franken möglich. Gerade für Eltern mit einem mittleren Einkommen dürfte ein Kassenwechsel starke Folgen haben, liefern sie doch jährlich rund ein Achtel ihres Einkommens an die Kassen ab. Im Limmattal schlägt die Krankenkasse KLUG bei den Kindern mit 20 Prozent am meisten auf. Bei den jungen Erwachsenen ist es die KKLH mit 21,9 Prozent. Bei den Erwachsenen ist es die KMU mit einem Aufschlag von 15 Prozent.

Für die Prämienregion Stadt Zürich ergibt sich bei Kindern ein Sparpotenzial von 481.20 Franken, während junge Erwachsene beim Kassenwechsel über 2685.60 Franken sparen könnten.

«Das ist vor allem für Familien nicht einfach»

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Bern - 26.9.16. - Die Krankenkassenprämien steigen 2017 um durchschnittlich 4.5%. Bundesrat Alain Berset nimmt Stellung und sagt, wer nun gefordert ist.

Das Sparpotenzial ist bei den Standardmodell-Versicherten bereits beachtlich. Wie Analysen des Internet-Vergleichsdienstes moneyland.ch zeigen, sind diese Berechnungen aber nicht unbedingt die aussagekräftigsten. Denn: «Überdurchschnittlich steigen die Krankenkassenprämien für Kinder, junge Erwachsene, Personen mit hohen Franchisen, Telmed- und HMO-Modellen», so wird Felix Oeschger, Analyst von moneyland.ch in einer Mitteilung zitiert.

Im Limmattal sind demnach die jungen Versicherten mit einem HMO-Modell von den grössten Prämienanstiegen betroffen. Für Kinder nimmt sie durchschnittlich um 6,2 Prozent auf monatlich 93.80 Franken zu. Junge Erwachsene müssen mit einem durchschnittlichen Anstieg der Prämie von 4,4 Prozent auf monatlich 297.50 Franken rechnen.

Steigende finanzielle Belastung

Im Kanton Zürich sind 44 Prozent der unter 25-jährigen berechtigt, eine individuelle Prämienverbilligung zu beantragen. Erst im Frühling hat der Regierungsrat Zürich die Einkommensgrenze für die individuelle Prämienverbilligung (IPV) 2017 gesenkt. Für Alleinstehende wird der Anspruch auf Prämienvergünstigung bei einem Jahreseinkommen zwischen 18 100 Franken und 38 400 Franken festgelegt. Für Verheiratete oder Alleinerziehende werden sie bei einem Einkommen zwischen 24 000 Franken und 53 800 Franken Einkommen gewährt.

Infogram: Grundversicherungsprämien 2017 im Kanton Zürich

Der Regierungsrat wird im Verlauf der nächsten Wochen den Kantonsbeitrag und die Verbilligungsbeiträge für jede Stufe des IPVs bestimmen. Folgendes muss er dabei berücksichtigen: Die Prämien für Kinder aus Familien mit bescheidenem Einkommen sind um mindestens 85 Prozent zu verbilligen, während jungen Erwachsenen in Ausbildung und Kindern aus Familien mit mittlerem Einkommen eine Prämienverbilligung von mindestens 50 Prozent zu gewähren ist. «Um diese Vorgaben auch bei gestiegenen Krankenkassenprämien einzuhalten, sind in den entsprechenden Einkommensgruppen jeweils die nötigen Festlegungen vorzunehmen», sagt Daniel Winter, Sprecher der Zürcher Gesundheitsdirektion.