Sieben Jahre dauerte es, von der Einzonung des Gebiets Ämet bis zur Fertigstellung des privaten Gestaltungsplans, der als Grundlage für einen neuen Dorfteil dienen soll. Nun steht das Planungsinstrument. Es garantiert nicht nur, dass das neu entstehende Wohnquartier an bester Lage sich gut in die Landschaft einfügt. Gleichzeitig sichert der Gestaltungsplan auch den Zugang der restlichen Bevölkerung zur angrenzenden Naherholungszone durch das Quartier. An der Gemeindeversammlung vom 4. März wird der Souverän über den Gestaltungsplan befinden.

Dieser sieht vor, dass die Bauzone durch eine Erschliessungsstrasse in einen oberen und einen unteren Teil mit je zwei Geländeniveaus unterteilt ist. Die so entstehenden Baubereiche werden durch sieben quer zur Strasse liegende Fussweg-Korridore in einzelne Parzellen getrennt. Auf diesem Weg soll der Hang weiterhin als fliessende Landschaft zwischen den Siedlungen erhalten bleiben. Entlang der Erschliessungsstrasse laden vier Plätze zum Verweilen ein. Sie bilden auch die Verbindungsglieder zwischen den Fusswegen durch das Quartier. Die Gebäude selbst müssen über ein begrüntes Flachdach verfügen, und dürfen maximal 9,5 Meter hoch sein. So soll eine einheitliche und ruhige Wirkung des Quartiers entstehen.

«Der aufwendige Prozess, der zu diesem Planungsinstrument führte, hat sich gelohnt», sagt Bauvorstand Bruno Knecht (parteilos). Die Grundeigentümer im Gebiet Ämet erarbeiteten gemeinsam mit der Baukommission der Gemeinde einen privaten Gestaltungsplan und einen Quartierplan, mit dem die baurechtlichen Vorgaben und Anpassungen an den Eigentumsrechten der Grundeigentümer geregelt werden. Vergangenen Frühling konnten die Eigentümer Änderungswünsche zu den beiden Planungsinstrumenten anbringen. Im Zentrum standen dabei das Besucherparkierungskonzept, die Auflagen bezüglich Geländeverschiebungen und die Bepflanzungen der Grundstücke.

Der Plan ist ein Kompromiss

Über den privaten Gestaltungsplan wird nun die Gemeindeversammlung befinden, den Quartierplan setzt der Gemeinderat hingegen in eigener Kompetenz fest. Abschliessend muss auch der Kanton die beiden Planungsinstrumente genehmigen. In den meisten Punkten fanden sich die Beteiligten. So forderten die künftigen Bauherren etwa, dass die Besucherparkplätze nicht an einigen Punkten quer, sondern längs entlang der ganzen Strasse liegen sollen. «Sie wandten zu Recht ein, dass so alle Häuser über nahe gelegene Parkplätze für Besucher verfügen», so Knecht. Ursprünglich befürchtete man, dass so die vorgesehenen Platzstrukturen nicht wie gewünscht eingerichtet werden könnten, sagt er: «Wir fanden aber eine Lösung, die Aufenthaltsorte nach unserer ursprünglichen Vorstellung ermöglicht.»

Auf einem Punkt, bei dem die Grundeigentümer eine Änderung forderten, beharrte die Baukommission: Die künftigen Bauherren wollten, dass die Freiraumkorridore, in denen die öffentlichen Fusswege zwischen dem Bahnhof und der Naherholungszone oberhalb des Quartiers verlaufen, weniger breit ausfallen. Die Gemeinde blieb allerdings beim geplanten Durchmesser von 16 Metern. «Diesbezüglich mussten wir in den sauren Apfel beissen», sagt Heinz Gössi, der Vertreter der Grundeigentümer, «weil wir aber sahen, dass auf unseren Parzellen etwas Schönes entstehen wird, waren wir bereit, der Gemeinde in diesem Punkt entgegenzukommen.»

Die Baukommission habe dafür die Vorschriften betreffend der Begrünung der Siedlungen gelockert: «Wir können nun punktuell mit Bepflanzungen einen Sichtschutz zu den Fusswegen herstellen. Dies war ursprünglich nicht vorgesehen», so Gössi. Alles in allem betrachte er den Gestaltungs- sowie den Quartierplan als «guten Kompromiss».