Oberengstringen

Kornelia Vögeli ist jährlich an 100 Geburtstagen anwesend

Kornelia Vögeli ist als Altersbeauftragte auch erste Anlaufstelle für die Wünsche und Fragen der Senioren.

Kornelia Vögeli ist als Altersbeauftragte auch erste Anlaufstelle für die Wünsche und Fragen der Senioren.

Seit zwölf Jahren besucht Kornelia Vögeli im Namen der Gemeinde Senioren ab 80 Jahren, die einen runden Geburtstag oder einen speziellen Hochzeitstag feiern. Sie ist auch Anlaufstelle für die Fragen und Anliegen der Senioren.

Wenn Kornelia Vögeli mit einem Blumenstrauss oder einem Früchtekorb in Oberengstringen unterwegs ist, ist das ein untrügliches Zeichen für einen Jubilaren-Besuch. Seit zwölf Jahren besucht sie im Namen der Gemeinde Seniorinnen und Senioren ab 80 Jahren, die einen runden Geburtstag oder einen speziellen Hochzeitstag feiern. Kürzlich wurde ihr Mandat als Altersbeauftragte vom Gemeinderat um zwei weitere Jahre verlängert. Zudem beantragt die Exekutive der Gemeindeversammlung vom 3. Juni, Kornelia Vögeli als Delegierte ins Seniorenzentrum Weiningen zu wählen.

Neben den Jubilaren ist die Altersbeauftragte zusammen mit Sozialvorsteherin Käthi Mühlemann auch für die Pflege der Arbeitsgruppe «Wohnen im Alter» zuständig. Zudem fungiert Vögeli als erste Anlaufstelle für Wünsche und Fragen von Senioren.

Hauptaufgabe bleiben aber die Besuche. «Im Jahr habe ich gegen 100 solcher Termine», sagt Vögeli. Als Stress empfindet sie die vielen Besuche nicht – im Gegenteil. «Mir liegen ältere Menschen am Herzen. Die Leute schätzen es, dass die Gemeinde an sie denkt», sagt die 1956 geborene Vögeli. In den meisten Fällen sei der Besuch eine herzliche Angelegenheit. «Oft ist der Kaffeetisch schon gedeckt, wenn ich komme. Die Jubilare geniessen es, mit jemandem zu plaudern», sagt sie.

Oft hilft schon das Zuhören

Die Gespräche mit den älteren Menschen sieht Vögeli als ihre wichtigste Aufgabe. «Viele ältere Personen haben Ängste und machen sich Sorgen, was passiert, wenn sie nicht mehr in den eigenen vier Wänden wohnen können und ins Altersheim müssen. Oft hilft es schon, wenn man sich diese Ängste anhört und sich damit auseinandersetzt», sagt sie. Vielen sei es ein Anliegen, möglichst lange Zuhause zu wohnen, was einem Trend entspreche. Wenn es nicht mehr gehe, dann sei das Seniorenzentrum in Weiningen das Wunschziel. «Ich kann verstehen, dass die Menschen ihren Lebensabend in der gewohnten Umgebung verbringen wollen. Das hält auch geistig fit, weil sie viele Dinge immer noch selber besorgen müssen.»

Wegen dieser Gespräche versucht sie, sich genügend Zeit für die Besuche zu nehmen. «Mir ist es wichtig, dass die Jubilare nicht das Gefühl haben, ich würde nur meine Pflicht tun», sagt sie. Der persönliche Kontakt sei wichtig. Er helfe, Hemmungen abzubauen, wenn Fragen im Raum stünden.

Viele Angebote für Senioren

Aber auch für die Altersbeauftragte sind die Besuche eine Bereicherung. «Ältere Menschen haben viel erlebt und können spannende Geschichten erzählen.» Sie wohne seit 1981 in Oberengstringen und finde es interessant, wenn die Jubilare über das frühere Dorfleben sprechen. «So lernt man die Geschichte der Gemeinde kennen.»

Bei den Treffen stellt Vögeli immer wieder fest, wie fit die Senioren sind. «Diesbezüglich hat sich in den letzten 20 Jahren einiges getan. Ich glaube, ältere Menschen leben heute bewusst gesünder als noch vor 20 Jahren», sagt sie. Das habe auch mit den vielen Seniorenangeboten zu tun, die es mittlerweile gebe. «Ich frage jeweils an, ob ein Geburtstagsbesuch erwünscht ist. Oft ist es schwierig einen Termin zu finden, weil der Jubilar mit einer Wandergruppe unterwegs ist oder an anderen Aktivitäten teilnimmt.»

Wie viele Angebote es nur schon in Oberengstringen oder in der Nachbarschaft gibt, ist Vögeli erst richtig bewusst geworden, als sie die letzten Frühling lancierte Informationsbroschüre 63+ zusammengestellt hat. Sie fasst die wichtigsten Adressen für Senioren zusammen. «Die Broschüre ist gut angekommen. Ich muss auch sagen, dass Oberengstringen sehr viel für seine älteren Mitbewohner tut.»

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