Schlieren

Konzertabend des Stadtorchester Schlieren — ist Mozart der Publikumsliebling?

Das Stadtorchester Schlieren steht seit 2011 unter der Leitung von Hugo Bollschweiler und holte sich grossen Applaus.

Das Stadtorchester Schlieren steht seit 2011 unter der Leitung von Hugo Bollschweiler und holte sich grossen Applaus.

Ein Konzertabend liefert den Beweis: Das Stadtorchester Schlieren ist mit vielen Anwesenden in einer Beziehung.

Die Begrüssungsrede von Hugo Bollschweiler, seit 2011 Dirigent des Stadtorchesters Schlieren, brachte das Publikum in der reformierten Kirche in Schlieren zum Schmunzeln: «Wie würden Sie die Beziehung zwischen Ihnen und uns beschreiben?», fragte er. Wenn man an jedem Konzert anwesend sei, dann komme dies einer innigen Beziehung gleich, andernfalls wäre es eine Affäre, befand er.

Mit der Stückauswahl wurde am Abend die Beziehung zwischen vier Komponisten und dem Publikum beleuchtet. Das Motto dabei lautete «Vergiss mein nicht». Denn es sei eine Laune der Musikgeschichte, dass sich die Liebe zu manchen Persönlichkeiten abschwäche, während die Beziehung zu anderen Komponisten inniger werde, so Bollschweiler.

Sie spielten ein Werk, das es selten zu hören gibt

Der Abend begann mit der Gegenüberstellung zweier Stars aus dem 18. Jahrhundert: Während Carl Friedrich Abel mit der Zeit in der Obskurität verschwand, ist Wolfgang Amadeus Mozart noch heute omnipräsent. Bereits beim zweiten Stück wurde die Bühne für die beiden Solistinnen eingerichtet. Joanna Thalmann aus Niederwil nahm mit ihrer Harfe Platz, die Luzernerin Evamaria Felder mit der Querflöte direkt daneben. Es folgte ein Werk von Mozart, das es so nur selten zu hören gibt: «Das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester K 299». «Es ist mein absolutes Lieblingsstück in dieser Kombination und es gibt so selten die Gelegenheit, dass man es gemeinsam mit einer Harfenspielerin und einem Orchester aufführen kann», freute sich Felder. Die anderen Stücke mit Flöte von Mozart seien hingegen immer Pflicht bei Vorspielen gewesen.

Stadtorchester Schlieren Vergissmeinnicht

Stadtorchester Schlieren Vergissmeinnicht

Die beiden erfolgreichen Musikerinnen begegneten sich erstmals bei der Vorführung: «Es hat von Anfang an harmoniert und wenn man musikalisch auf derselben Wellenlänge ist, dann braucht es nicht viel Probezeit», meinte Thalmann. Gestern gingen die beiden bereits zurück ins Ausland. Thalmann macht den Master of Performance in Oslo und ist dort auch im Sinfonieorchester tätig. Felder beendete 2018 in Luzern ihr Bachelorstudium und studiert nun das Konzertfach in Wien. Nach dem Mozart’schen Highlight folgten Stücke von Albert William Ketèlbey (1875-1959), der eher in Vergessenheit geriet, und Leroy Anderson (1907-1975). Es gab einen sehr grossen Schlussapplaus.

Johanna Thalmann und Evamaria Felder

Johanna Thalmann und Evamaria Felder

Auf der Tribüne Platz ­genommen hatte beispielsweise Besucherin Esther Frick. Sie komme immer und das seit ­vielen Jahren, äusserte sie sich zur Frage, wie denn sie persönlich zum Orchester stehe. «In diesem Jahr war es besonders schön und abwechslungsreich.» Das Stück mit Harfe und Flöte habe ihr gefallen, aber das letzte Werk sei besonders gewesen. «Andersons ‹Sleigh Ride› ist so beschwingt und irgendwie ­anders.»

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Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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