Dietikon

Kontrapunkt zur Billig-Mentalität im Claro

Der Claro in Dietikon.

Der Claro in Dietikon.

Der Claro Weltladen in Dietikon ist umgezogen – und hofft nun an neuem Standort auf mehr Kundschaft für die fair gehandelten Produkte.

Vom Bahnhof Dietikon aus vorbei an den Bushaltestellen und am Veloständer und schon ist er geradeaus zu sehen, der Claro Weltladen. Seit Freitagabend hat das Verkaufslokal, das ausschliesslich Fair-Trade-Produkte im Sortiment führt, die Tore am neuen Standort an der Löwenstrasse wieder geöffnet. Mit Apéro und musikalischer Begleitung hat das Ladenteam in Anwesenheit des Stadtpräsidenten Otto Müller die Wiedereröffnung nun gefeiert.

Im Vergleich zum nahe gelegenen alten Schlachthäuschen, in dem der Weltladen zuvor eingemietet war, wirkt der Laden nun moderner, aufgeräumter und alle Produkte erscheinen dem Kunden auf einen Blick. Im Raum sind zwei Tischchen mit Häppchen und Getränken aufgestellt, aus der hinteren Ladenecke dringen die Melodien jiddischer Lieder durch den Raum.

Drittes seiner Art

Mit Optimismus schaut André Tschumi vom Verein Claro Weltladen auf die Geschichte des Fair- Trade-Ladens in Dietikon zurück, die – wenn auch langsam – stets eine positive Tendenz zeigt. Das Lokal an der Löwenstrasse ist bereits das dritte seiner Art.

1981 wurde unter dem Namen Arche Noah der erste Weltladen in Dietikon eröffnet. Mit einem Schmunzeln erinnert sich Tschumi: «Damals haben wir auch eine Alu-Sammelstelle geführt, die, was viele nicht gewusst habe, den Laden finanziell getragen hat.» Schon drei Jahre später wurde der Laden dann unter dem Namen Claro im alten Schlachthäuschen wieder eröffnet und hat bis heute bereits die stolze Summe von 2,5 Millionen Franken eingenommen.

Dankbar gegenüber Stadt

Tschumi betont und zeigt sich dankbar dafür, dass sich die Stadt gegenüber den Betreibern des Ladens stets hilfsbereit gezeigt habe, als klar wurde, dass das alte Schlachthäuschen Anfang 2011 einer Überbauung weichen muss.

«Die Idee hinter dem Laden, den fairen Handel zu unterstützen, tut unserer Zeit gut», begründet Stadtpräsident Otto Müller das städtische Engagement für den Laden, «sie bildet einen Kontrapunkt zum Zeitgeist, der stets alles nur möglichst billig haben will.» Er selbst habe zwar noch nie im Claro Weltladen eingekauft, achte jedoch selbst auf die Nachhaltigkeit von Produkten.

Adalbert Lenzi ist Mitglied des Vereins und hat sich vor allem handwerklich für den Umzug engagiert. «Der Raum im neuen Laden ist optimal ausgenützt und übersichtlicher», meint er zur gelungenen neuen Einrichtung. «Und das neue Schaufenster wirkt anziehend auf Laufkundschaft.»

Für André Tschumi sind die bisherigen Erfolge des Weltladens nur ein Anfang. «Es gilt, den Anteil des fairen Handels am gesamten Handel, der erst einen marginalen Teil des Welthandels ausmacht, stets zu vergrössern.»

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