Limmattal
Konfliktlösung für den Gateway ist in Gefahr

Erstens: Dass die Mediationsgespräche in einen brauchbaren Konsens münden, scheint derzeit unwahrscheinlich. Zweitens: Immer unwahrscheinlicher ist auch ein Gateway im Limmattal.

Jürg Krebs
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Das beim Rangierbahnhof Limmattal geplante Gateway wird in der Region seit Jahren bekämpft.

Das beim Rangierbahnhof Limmattal geplante Gateway wird in der Region seit Jahren bekämpft.

Keystone

Der Gateway Limmattal ist umstritten. Die Region befürchtet durch das Projekt von SBB Cargo zusätzliches Verkehrsaufkommen und neue Lärmimmissionen. Die künftigen Gateway-Kunden, aber auch Terminalbetreiber wie die Basler Swissterminal kritisieren den Standort Limmattal als ungeeignet, das Projekt gar als Verschwendung von 160 Millionen Franken.

Diese Woche hat nun auch der grösste Cargo-Kunde, die Migros, genauer deren Logistikchef Bernhard Metzger, das Projekt als an der Realität vorbeigeplant abqualifiziert. Das ist nicht erstaunlich. Die Migros ist nämlich gewichtiges Mitglied des Swiss Shipper's Council, des Dachverbands der schweizerischen Verladerindustrie (und damit der Kunden) - und diese Organisation hat sich bereits vor Monaten negativ zum Gateway Limmattal geäussert. Als Konsequenz daraus hat das Bundesamt für Verkehr, welches das Gateway-Projekt absegnen muss, die Beteiligten zu Mediationsgesprächen eingeladen.

Bemerkenswert am Vorgehen der Migros ist also weniger die Kritik an sich, als vielmehr der Zeitpunkt dafür. Interessant ist auch: Vor gut einer Woche hatte Mediator Erwin Rutishauser gegenüber der Limmattaler Zeitung noch von einem positiven Gesprächsverlauf gesprochen. Zu den Details der Gespräche und den Themen wollte Rutishauser keine Stellung nehmen, um den Dialog nicht zu erschweren.

Es ist unüblich, dass während Krisengesprächen Kritik, geschweige denn Fundamentalkritik, geübt wird. Rutishauser kann deshalb keine Freude an Metzgers Äusserung haben. Dessen Vorgehen zeigt zweierlei. Erstens: Dass die Mediationsgespräche in einen brauchbaren Konsens münden, scheint derzeit unwahrscheinlich. Zweitens: Immer unwahrscheinlicher ist auch ein Gateway im Limmattal. Lehnen die Kunden den Terminal ab, fehlt dem Projekt jegliche Legitimation.