Wirtschaftsstrategie
Kommt auch Dietikon zu einem Cleantech-Cluster?

Der Wirtschaftsrat hält die Ansiedelung von Firmen aus dem Cleantech-Bereich in Dietikon für prüfenswert. Er hat deshalb vorgeschlagen, eine Arbeitsgruppe einzusetzen.

Sandro Zimmerli
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Die Resultate der Arbeitsgruppe sollen dem Stadtrat als Grundlage für eine Stärken-, Schwächen-, Chancen- und Gefahrenanalyse sowie für weiterführende Entscheide unterbreitet werden (Archivbild)

Die Resultate der Arbeitsgruppe sollen dem Stadtrat als Grundlage für eine Stärken-, Schwächen-, Chancen- und Gefahrenanalyse sowie für weiterführende Entscheide unterbreitet werden (Archivbild)

Keystone

Was in Schlieren bereits Realität ist, könnte bald auch in Dietikon umgesetzt werden. Denn der Wirtschaftsrat hält den Ansatz zur Bildung eines Cleantech-Clusters im Bezirkshauptort für prüfenswert.

Er hat deshalb vorgeschlagen, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die das Potenzial vertiefter betrachten und eine allfällige Entwicklung begleiten soll. Die Resultate mit entsprechenden Empfehlungen sollen dann dem Stadtrat als Grundlage für eine Stärken-, Schwächen-, Chancen- und Gefahrenanalyse sowie für weiterführende Entscheide unterbreitet werden. Das geht aus einer Antwort der Dietiker Exekutive auf eine Interpellation von Gemeinderat Martin Müller (DP) hervor.

Darin fordert Müller, dass der Stadtrat den Entscheid, einen Cleantech-Cluster in der Stadt anzusiedeln nicht alleine fällen soll. Mit seiner Interpellation reagierte er auf einen Budgetkommentar, dem zu entnehmen ist, dass die Stadt einen Cleantech-Cluster fördern will.

Müller ist dieser Branche gegenüber, die energiesparende und ressourcenschonende Technologien entwickelt, skeptisch eingestellt. Zwar boome dieser Wirtschaftszweig derzeit, schreibt er in der Interpellation. Dies aber vor allem deshalb, weil der Markt durch Subventionen und Förderprogramme «künstlich angeheizt» werde.

Diese Programme seien jedoch zeitlich begrenzt. «Es ist absehbar, dass diese Branche danach ins Jammertal stürzen wird», so Müller. Mit der Interpellation wolle er «dem Gemeinderat die Gelegenheit verschaffen, sich zum Vorhaben zu äussern».

Noch keine Entscheide gefallen

Wie der Stadtrat nun schreibt, habe er sich bislang mit der Frage der Clusterbildung im Cleantech-Bereich noch nicht ausführlich beschäftigt und somit auch keine Entscheide getroffen. «Die im Voranschlag 2015 im Bereich Standortförderung eingesetzten Mittel dienen der Beschaffung und Erarbeitung von Grundlagen», heisst es in seiner Antwort weiter.

Um das im Regierungsprogramm 2014-18 formulierte Ziel der klaren Positionierung Dietikons und der Wahrnehmung als bevorzugten Wirtschaftsstandort sowie die, in der Wirtschaftsstrategie geforderte, überregionale Ausstrahlungskraft zu erreichen, habe die Standortförderung Dietikon dem Wirtschaftsrat die Prüfung der Förderung eines Cleantech-Clusters empfohlen.

Wie der Stadtrat weiter festhält, seien etwa mit der Limeco, den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich oder der Axpo Trading AG bereits führende Vertreter der Cleantech-Branche in Dietikon tätig. Komme hinzu, dass sämtliche in der Stadt angesiedelten Branchen, wie etwa der Grosshandel, die Nahrungsmittelproduktion oder die Logistik von einer Cluster-Bildung profitieren könnten. Dies, weil auch sie sich der Herausforderung stellen müssten, effizient mit Energie umzugehen.

«Die gegenseitige Vernetzung und Vermittlung von Informationen aus dem Energiebereich ist sinnvoll und fördert Innovationen», zeigt sich der Stadtrat überzeugt. Der Wirtschaftsstandort werde durch die Schaffung von Kompetenzzentren für Wissensvermittlung gestärkt sowie überregional positiv wahrgenommen. «Wie weit eine hohe Konzentration an spezialisierten Unternehmen einer einzigen Branche langfristig eine zu hohe Abhängigkeit schaffen könnte und somit zu einem wirtschaftlichen Risiko führt, ist im Rahmen der erwähnten Analyse vertieft zu prüfen», so der Stadtrat abschliessend.

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