Das Komitee «Steuergünstiges Birmensdorf» fordert vom Gemeinderat in einer Medienmitteilung, dass er abklärt, welche Risiken ein allfälliger Konkurs des Alterszentrums am Bach für die Steuerzahler bergen würde. Dies, nachdem die Genossenschaft in der Bilanz einen Verlust von 1,3 Millionen Franken präsentiert hat. Finanzvorstand Werner Haab (SVP) ist von der Forderung des Komitees überrascht: «Das Alterszentrum liegt absolut im Businessplan. Der anfänglich defizitäre Betrieb ist darin vorgesehen.»

Gemäss einem Volksentscheid im Juni 2007 leistete die Gemeinde Birmensdorf ein nachrangiges Darlehen von 6,4 Millionen Franken zur Erstellung und Inbetriebnahme des Alterszentrums. Gemäss Vertrag muss die Genossenschaft den Betrag erst ab dem sechsten Betriebsjahr verzinsen und abbezahlen. «Ein Risiko für die Gemeinde und ihre Steuerzahler würde erst bestehen, wenn das Alterszentrum die gesetzten Ziele nicht erreichen könnte», erklärt Haab. Dann müsste die Genossenschaft Gespräche mit den Gemeinden über geeignete Massnahmen, wie Zins- oder Darlehensverzichte führen.

Ziel: Vollauslastung im Sommer

Genossenschaftspräsident Bruno Letsch sagt, dass das Alterszentrum auch im laufenden Jahr mit einem Verlust von rund 300 000 Franken rechne. Damit sei man aber im Budget. Dass der Ertrag des Alterszentrums die Kosten noch nicht decken könne, liege daran, dass das Zentrum schon vollumfänglich in Betrieb, jedoch noch nicht vollständig ausgelastet sei. «Wir hoffen, dass wir diesen Sommer bereits die Vollauslastung von 95 Prozent erreichen», so Letsch.

In seiner Medienmitteilung nimmt das Komitee «Steuergünstiges Birmensdorf» auch auf die Abgabe einer Rangrücktrittserklärung der Gemeinde Birmensdorf Bezug. Diese war allerdings bereits Bestandteil des Volksentscheides im Juni 2007 und wurde damals von den Gemeinden schriftlich gewährt. Bei einer Unternehmensgründung sei es üblich, dass zuerst «gesät werden muss, bevor geerntet werden kann», sagt Haab. «Eine zwischenzeitliche Überschuldung - wie sie der Businessplan des Alterszentrums vorsieht - ist deshalb kein Grund zur Beunruhigung».