Limmattal

Komitee «Gateway: So nicht!»: «Die SBB planen an den Bedürfnissen vorbei!»

Das beim Rangierbahnhof Limmattal geplante Gateway wird in der Region seit Jahren bekämpft. Keystone

Das beim Rangierbahnhof Limmattal geplante Gateway wird in der Region seit Jahren bekämpft. Keystone

Das Komitee «Gateway: So nicht!» greift die Kritik des Migros-Logistikchefs am Containerterminal beim Rangierbahnhof auf. Es lässt kein gutes Haar an SBB Cargo und dem Bundesamt für Verkehr.

«Unsinnig», «überflüssig», «zynisch» - das Limmattaler Komitee «Gateway: So nicht!» übt harsche Kritik an der SBB Cargo und dem Bundesamt für Verkehr (BAV). Auslöser für die heftige Wortwahl ist die jüngst geäusserte Kritik von Migros-Logistikchef Bernhard Metzger am geplanten Containerterminal beim Rangierbahnhof Limmattal. Hier werde an der Realität vorbeigeplant, während das Verkehrswachstum im grenzüberschreitenden Verkehr mit Containern generell überschätzt werde, sagte Metzger.

«Diese Aussagen sind umso brisanter, wenn man beachtet, dass die Migros die grösste Kundin der SBB Cargo ist. Umso unverständlicher ist es, dass die SBB Cargo weiterhin stur an diesem unsinnigen Projekt festhalten will», schreibt nun das Komitee «Gateway: So nicht!». Seit Jahren kämpfe das Limmattal gegen den ökologisch und ökonomisch sinnlosen Containerterminal. Trotzdem plane die SBB Cargo weiterhin munter an den Bedürfnissen aller Betroffenen vorbei, heisst es.

Kritik an Schlichtungsgesprächen

Auch am BAV lässt das Komitee kein gutes Haar: «Offenbar scheint sich auch das BAV seiner Verantwortung gegenüber der Bevölkerung nicht bewusst zu sein.» Diese Kritik zielt auf die Ankündigung des BAV, Ende Jahr ein zweites Schlichtungsgespräch zwischen SBB Cargo und Verladeindustrie einzuberufen.

Der Verband der schweizerischen Verlader, der Swiss Shipper's Council, wie auch der Schweizerische Nutzfahrzeugverband sprechen sich dafür aus, dass das Terminal Nord in der Region Basel vollends genüge. Wie schon zur ersten Terminalkonferenz ist das Limmattal auch dieses Mal nicht eingeladen.

«Die Teilnehmerliste beschränkt sich auf Akteure, die ein wirtschaftliches Interesse am Gateway Limmattal haben. Alle anderen Interessensgruppen haben leider keine Möglichkeit, sich in diesen Konferenzen einzubringen», moniert das Komitee «Gateway: So nicht!». Begründet werde diese Diskriminierung damit, dass sich besorgte Parteien schon im Februar während der Planauflage zum Projekt hätten äussern können.

«Wer sich mit dem Fachjargon nicht auskennt, kann sich natürlich kein Bild von diesem Plangenehmigungsverfahren machen», hält das Komitee fest. Die SBB hätten Anfang Jahr ihre Pläne für das Terminalprojekt eingereicht, worauf jene Betroffenen, die davon Kenntnis hatten, während 30 Tagen ihre Einsprachen schriftlich einreichen mussten.
«30 Tage nur hatten besorgte Kreise somit Zeit, sich durch den riesigen Papierstapel zu kämpfen und ihre Beschwerden einzubringen», heisst es in der Stellungnahme weiter.

Der betroffenen Bevölkerung würden riesige Steine in den Weg gelegt, ihre Bedenken einzubringen, während sich die Vertreter des Güterverkehrs in aller Ruhe und unter Ausschluss der Öffentlichkeit miteinander absprechen. «Da mutet es geradezu zynisch an, wenn das BAV verlauten lässt, dass unsere Interessen ‹sehr ernst› genommen würden», kritisiert das Komitee.

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