Die in der Blechverarbeitung tätige Koenig Feinstahl AG gibt ihren Standort in Dietikon auf. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, wird es sich ab 2016 auf eine deutlich kleinere Produktion im St. Gallischen Sennwald konzentrieren. Durch die Umstrukturierung gehen insgesamt 52 Arbeitsplätze verloren: 17 in Dietikon, 35 in Sennwald. Voraussichtlich acht Arbeitsplätze bleiben mit der Auftragsproduktion in Sennwald erhalten, heisst es in der Medienmitteilung von Koenig Feinstahl.

Die Verkleinerung der AG wird schrittweise und bis im Frühling 2016 durchgeführt. Bis im Oktober läuft der Betrieb normal weiter, danach erfolgt über sechs Monate ein gestaffelter Abbau. Dies erlaube, noch laufende Aufträge abzuschliessen, schreibt Koenig Feinstahl. «Die Staffelung gibt uns ausserdem die Möglichkeit, flexible Lösungen für die Angestellten zu finden», sagt Pressesprecher Armin Lutz. So könne beispielsweise ein Mitarbeiter während des sechsmonatigen Schliessungsprozesses noch so lange beschäftigt werden, bis er das Mindestalter für eine Frühpensionierung erreicht habe.

Daneben besteht für einige Angestellte auch die Möglichkeit, innerhalb der Debrunner Koenig Gruppe eine neue Stelle anzutreten, sagt Lutz. Auch die fünf betroffenen Lehrlinge – zwei davon in Dietikon – sollen in der Gruppe weiterbeschäftigt werden. «Dafür werden nun individuelle Lösungen gesucht», sagt Lutz. In welchem Betrieb der Gruppe ein Lehrling weiterbeschäftigt werde, hänge auch davon ab, wo dieser wohne.

Man sei zuversichtlich, für alle Angestellten eine Lösung zu finden, sagt Lutz. So werde Koenig Feinstahl in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Info-Veranstaltungen und mehrtägige Schulungen zur Stellensuche durchführen. «So werden die Mitarbeiter an die neue Situation herangeführt.»

Stellenabbau schon 2006

Als Grund für die Umstrukturierung nennt das Unternehmen die aktuelle «Währungssituation». Bereits im Mai orientierte die Geschäftsleitung über finanzielle Probleme und sprach davon, «alle Optionen bis zur Betriebsschliessung» zu prüfen.

Der Verwaltungsrat bedauert es nun, «dass nicht das ganze Unternehmen erhalten bleiben kann». Doch nach dem Entscheid der Nationalbank im Januar, den Euro-Mindestkurs aufzuheben, könne das Geschäftsmodell endgültig nicht mehr weitergeführt werden. Trotz «Konzessionsbereitschaft und Flexibilität seitens der Mitarbeitenden» verunmögliche die Ertragssituation eine Fortführung des bisherigen Betriebs. Zu einschneidend sind gemäss Mitteilung der währungsbedingte Rückgang der Inlandnachfrage und der Exportmöglichkeiten sowie der intensive Wettbewerb aus dem Ausland. Selbst mit «sehr harten Kostenmassnahmen» könne kein positives Ergebnis mehr erzielt werden.

Der Niedergang von Koenig Feinstahl und die endgültige Schliessung des Dietiker Standorts kommen nicht überraschend. Bereits 2006 wurde die gesamte Produktion in Sennwald konzentriert, wodurch in Dietikon und in Killwangen 55 Arbeitsplätze verloren gingen. Durch diese Umstrukturierung sei es zwar kurzfristig gelungen, die Kosten zu optimieren und den Erhalt der Firma zu sichern, sagt Mediensprecher Armin Lutz. «Aber mit dem jetzigen Euro-Wechselkurs sind wir nicht mehr konkurrenzfähig.»