Dietikon
Knatsch um Ärztefon: Stadtrat fordert erneut eine Preissenkung

Die gratis Notfall-Nummer Ärztefon kostet pro Bewohner und Jahr 2.19 Franken - so viel wie noch vor zwei Jahren, als der Dietiker Stadtrat eine Preissenkung forderte. Nun hat er seine Forderung wiederholt.

Melanie Su
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Die Fachleute am Ärztefon geben bei medizinischen Notfällen rund um die Uhr Auskunft.

Die Fachleute am Ärztefon geben bei medizinischen Notfällen rund um die Uhr Auskunft.

Keystone

Das Ärztefon ist eigentlich eine super Sache. Einwohner der Beitragsgemeinden können zu jeder Zeit anrufen und erhalten bei medizinischen Notfällen professionelle Auskunft von Fachleuten der eigenständigen Non-Profit-Organisation. Wenn nur der Preis nicht wäre.

Jedes Jahr kostet das Ärztefon pro Bewohner 2.19 Franken. Das beläuft sich für die Stadt Dietikon jährlich auf über 50 000 Franken. Schon 2011 fand der Stadtrat: Das ist zu viel. Nun hat der Stadtrat die Forderung nach einer Preissenkung an die Ärztefon AG wiederholt. Obwohl er die neue Subventionsvereinbarung unterzeichnet hat, ist er nicht zufrieden.

Die Ärztefon AG hat 2009 in Aussicht gestellt, einen Maximalpreis von weniger als 2 Franken anzustreben. Die Ärztefon AG beteuerte damals im Interview mit der «Limmattaler Zeitung», eine solche Preissenkung sei nur sehr langsam und in kleinen Schritten möglich. Zudem habe die geplante Expansion in die Ostschweiz, durch die sich die Fixkosten auf mehr Partner verteilt hätten, nicht stattgefunden. Eine Prognose zur Preisentwicklung wollte der ehemalige ärztliche Leiter des Ärztefons damals nicht stellen. Doch in den vergangenen zwei Jahren ist der Preis gleich geblieben.

Umzug und IT waren teuer

Sergio Calabresi, Geschäftsleiter des Ärztefons, bestätigt auf Anfrage, die Strategie des Verwaltungsrates beinhalte eine schrittweise Senkung des Pro-Kopf-Preises. «Das Preisziel zu erreichen ist aber nur möglich, wenn wir mehr und vor allem auch grössere Regionen akquirieren können.» Unverändertes Etappenziel bleibe, mindestens den Kanton Zürich flächendeckend durch das Ärztefon bedienen zu können. Dies wird mit der Unterstützung und in Zusammenarbeit mit der Kantonalen Ärztegesellschaft AGZ zurzeit angegangen.

Als Gründe für den seit zwei Jahren unveränderten Preis nennt Calabresi vor allem den Ersatz der gesamten IT-Anlage im Jahr 2010 sowie eine den geforderten Sicherheitsstandards entsprechende Infrastruktur und den Umzug an den neuen Standort am Seespital Kilchberg im Jahr 2012. «Das alles konnte mit dem bisherigen Preisniveau finanziert werden», erklärt Calabresi.

Er verstehe die erneute Forderung des Dietiker Stadtrates, sagt der Geschäftsleiter. Es sei schliesslich im Sinn jeder Gemeinde, Dienstleistungen so gut und günstig wie möglich anzubieten. Er betont aber, dass der Preis seit 2005, als er noch 2.57 Franken betrug, schon markant gesunken ist. Das Ärztefon sei bestrebt, die im Gesundheitswesen anerkannte Maxime «wirtschaftlich, zweckmässig und wirksam» weiterhin zu erfüllen, so Calabresi.

Stadt will noch etwas Zeit geben

Allfällige Massnahmen, falls die Ärztefon AG der Forderung des Stadtrates von Mitte Dezember nicht nachkommen kann, wird der Stadtrat später prüfen. «Wir geben der Ärztefon AG schon noch etwas Zeit, um Stellung zu nehmen», sagt Bruno Rabe, Leiter des Amts für Umwelt und Gesundheit Stadt Dietikon.