Am Mittwoch ereignete sich ein aussergewöhnlicher Fall in der Fahrweid, wie 20 Minuten berichtete. Eine ZVV-Kundin wollte von der Fahrweid nach Dielsdorf fahren. Da die Bushaltestelle Brunaustrasse keinen Automaten verfügt, zählte sie das Geld bereits im Vorfeld ab. Das Ticket kostete 10.60 Franken, daher steckte sie eine 10er-Note, ein 50-Rappen-Stück und zwei Fünfräppler in ihre Tasche.

Der Buschhauffeur verweigerte ihr jedoch die Zahlung, er lehnte die zwei Fünfräppler strikt ab. Als die Frau ihn darauf hinwies, dass es sich dabei um ein reguläres Zahlungsmittel handle und er verpflichtet sei es anzunehmen, lachte er sie angeblich aus. Die ZVV-Kundin sah sich anschliessend zum Schwarzfahren gezwungen.

In Dietikon konnte sie schliesslich ein Ticket am Automaten kaufen.

 Wer hat Recht?

Caspar Frey, Sprecher des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV), nahm gegenüber der Limmattaler Zeitung Stellung zum Vorfall: «Grundsätzlich müssen die Bus-Chauffeure Fünfräppler als Zahlungsmittel annehmen». Denn es bestehe eine Transportpflicht zahlender Kunden. Der Umstand, dass der Limmat AG Bus über kein 5-Rappen-Fach verfüge, rechtfertige die Handlung des Busfahrers nicht. Der Chauffeur sei verpflichtet, die Fünfräppler individuell bis Dienstschluss aufzubewahren.

Generell appelliert der ZVV aber an die Verhältnismässigkeit der Kunden, so Frey. Der Ticketkauf beim Busfahrer sollte nur so viel Zeit in Anspruch nehmen, dass der Fahrplan eingehalten werden kann und sich andere Kunden dadurch nicht gestört fühlen. 

Eine Frage bleibt bestehen, was wäre wohl bei einer Billetkontrolle passiert? Gemäss Frey kann die Handhabung von Fall zu Fall und je nach Umständen unterschiedlich sein. Neben der Schilderung der Passantin, müsste in diesem Fall sicherlich auch die Sicht des Chauffeurs hinzugezogen werden.