Eine Viertelstunde blieb in der Partie zwischen Oetwil-Geroldswil und Engstringen an diesem Sonntag zu spielen, da bot sich den Gästen unverhofft die Chance zur Führung in diesem Derby: Engstringens Patrick Meier wurde lanciert und stürmte allein auf Oetwil-Geroldswils Torhüter Yannick Fux zu. Doch Fux blieb cool und wehrte den Ball zur Ecke ab, die nichts einbrachte.

Es war die Schlüsselszene in dieser Partie, wie Oetwil-Geroldswils Trainer Jean Marie Broggi zu Recht feststellte: «Wenn Meier dieses Tor gemacht hätte, hätten wir dieses Spiel auch verlieren können.» Stattdessen blieb es beim zwischenzeitlichen 1:1., und drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit forcierten die Hausherren nochmals die Offensive – mit Erfolg: Cyrill Schmid lenkte einen Ball ins eigene Tor ab und sorgte damit für den Sieg von Oetwil-Geroldswil. «Das ist natürlich bitter», gab Engstringens Torwart Andreas Bader zu. «Er wollte den Ball abdecken, aber so etwas passiert eben. Es passt zur Negativspirale, in der wir uns befinden.»

Eine Negativspirale, von der in der turbulenten Anfangsphase dieser Partie allerdings nichts zu spüren war. Schon nach drei Minuten gingen die Gäste in Führung. Cyrill Schmid, der später zum Unglücksraben wurde, sorgte nach einem Freistoss von Jackson Manikkuttiyil für das 1:0 für Engstringen. Es war die erste Torchance überhaupt für die Gäste gewesen.
Oetwil-Geroldswil zeigte sich aber nicht geschockt, im Gegenteil: Nur fünf Minuten später zirkelte Stefan Steuble sehenswert einen Freistoss ins Tor. «Der Ball war sehr gut geschossen», gab selbst Engstringens Trainer Roger Balmer zu. «Wir wussten, dass Oetwil-Geroldswil bei stehenden Bällen brandgefährlich ist.»

Brandgefährlich blieben die Hausherren auch weiterhin. Kurz vor der Pause kam Nicolas Huxley zu einer guten Möglichkeit, doch er spitzelte den Ball in die Arme von Bader statt ins Tor. Nach der Pause traf Emanuele Kälin den Pfosten per Kopf. Wenig später flog der Ball nach einem Freistoss von Luca Kälin sehr knapp am Pfosten vorbei. Oetwil-Geroldswil war nun überlegen und kam alle fünf Minuten zu einer guten Torchance, Engstringen wehrte sich, so gut es ging. Doch abgesehen von Meiers angesprochener Riesenchance brachten die Gäste nicht mehr viel Torgefahr.

Und so gewann Oetwil-Geroldswil dieses harte, aber fair geführte Derby zwar mit etwas Glück, aber verdient. «Wir haben eine schwierige Partie erwartet, und so war es auch», sagte Oetwil-Geroldswil-Trainer Broggi. «Aber wir waren aktiver und hatten mehr Tormöglichkeiten. Wir müssen einfach schauen, dass wir unsere Chancen besser nutzen.» Und auch für Engstringen-Trainer Balmer geht der Sieg von Oetwil-Geroldswil angesichts des Spielverlaufs in Ordnung. «Wir haben in der ersten Halbzeit zu ängstlich agiert», fand er. «Und wenn man dann solche Möglichkeiten wie diejenige von Meier nicht verwertet, wird es schwierig. Klar: Wir hätten lieber einen Punkt mitgenommen.»

Engstringen bleibt im Rennen

Dieser Punkt hätte Engstringen näher an Rang 10, den ersten Nichtabstiegsplatz, gebracht. Den belegt weiterhin CD Español Iberia, das allerdings nur unentschieden gespielt hat. So vergrössert sich der Abstand der Engstringer auf den rettenden Platz 10 nur um einen auf drei Punkte. Und es gibt noch viele Punkte zu verteilen, wie Balmer richtig anmerkt: «Wir lassen den Kopf nicht hängen.» Ins gleiche Horn bläst auch Bader.

«Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut, und wir trainieren auch sehr gut», lobt der Engstringer Torhüter. «Uns fehlt einfach das Glück.» Er und seine Mannschaftskollegen hoffen, dass sie dieses Glück am nächsten Sonntag auf ihre Seite zwingen können. Dann spielen die Engstringer im Abstiegskampf gegen Schlieren 2, während Oetwil-Geroldswil in Birmensdorf antritt.