Limmattal
Knaller gibts an Silvester kaum, dafür umso mehr Vulkane

Feuerwerk zum Jahreswechsel ist eine Tradition. Dabei steht das Visuelle im Vordergrund. Ein echter Renner in diesem Jahr sind die Utensilien fürs Bleigiessen, wie Philipp Locher, Inhaber der Drogerien Locher, weiss.

Tabea Wullschleger
Merken
Drucken
Teilen
In der Drogerie Locher in Schlieren setzt man für Silvester vor allem auf Vulkane und grosse Raketen.

In der Drogerie Locher in Schlieren setzt man für Silvester vor allem auf Vulkane und grosse Raketen.

Silvesterzauber: Eigene Raketen nicht erlaubt

Die Vorbereitungen für den traditionellen Zürcher Silvesterzauber sind am Laufen. Nachdem die beiden Ledischiffe, von denen die Feuerwerke abgeschossen werden, bereit gemacht worden sind, werden seit gestern die Böller platziert und verkabelt.
1500 Raketen werden beim Silvesterzauber - zum fünften Mal gestaltet von Manuel Hirt - der Zürcher Hoteliers abgefeuert. Jede einzelne wird von Hand in «ihr» Kanonenrohr gesteckt. Dann werden alle Böller miteinander verkabelt. Denn gezündet wird ausschliesslich per Funk, wie Thomas Irniger vom Organisationskomitee am Montag zur Nachrichtenagentur SDA sagte.
Aus feuerpolizeilichen Gründen dürfe nämlich während des Feuerwerks niemand auf den Schiffen sein. Diese haben zudem einen Abstand von 250 Metern zum Ufer einzuhalten. Und sie müssen mit einer «relativ grossen Menge Sand» gefüllt sein, wie Irniger sagte. Im Sand stecken dann die Rohre.
Um Punkt 00.20 Uhr in der Silvesternacht ist es dann so weit: 20 Minuten lang donnert und glitzert das Feuerwerk übers Seebecken. Der Besucheransturm sei sehr wetterabhängig, sagte Irniger: Ist es trocken, so kommen gegen 200 000 Menschen aufs Festgelände, schüttet es, so sind es schnell einmal mehrere zehntausend Besucherinnen und Besucher weniger. Aber ob 130 000 oder 200 000 - ein Gedränge gibt es rund ums Seebecken auf jeden Fall. Entsprechende Sicherheitsvorkehrungen sind unabdingbar. Vor allem gilt ein striktes Verbot, eigene Feuerwerke abzufeuern, wie die Stadtpolizei festhält. Trotz wiederholter Warnungen hätten in den letzten Jahren immer wieder Festbesucher Feuerwerkskörper mitgebracht und sie «inmitten der Menschenmenge» abgefeuert. Damit gefährdeten sie die eigene und die Sicherheit anderer. Die Polizei behält sich vor, mitgebrachtes Feuerzeug zu beschlagnahmen. Fehlbare müssen mit Bussen und allenfalls Verzeigungen rechnen.

Egal, ob die Feuerwerkskörper, die heute Abend abgebrannt werden, für die Verabschiedung des alten oder die Begrüssung des neuen Jahres gedacht sind: Feuerwerk ist längst ein wichtiger Bestandteil von Silvester. Im Vergleich zum ersten August würden allerdings deutlich weniger Feuerwerkskörper verkauft, sagt Philipp Locher. Er ist der Inhaber der gleichnamigen Drogerien in Schlieren, Geroldswil und Dietikon, die mit Ausnahme von Dietikon das ganze Jahr über Feuerwerkskörper verkaufen. «So gibts auch an Geburtstagen, Hochzeiten oder ausländischen Feiertagen ein Feuerwerk», erklärt Locher.

Spezielle Trends an Silvester

An Silvester sei vor allem das Visuelle der Vulkane und Raketen gefragt. «Kleine Sachen wie Knaller oder Heuler haben wir daher nicht im Angebot», so Locher. Seit mehr als zehn Jahren verkauft er Feuerwerkszeug, die Nachfrage sei in dieser Zeit konstant geblieben. Trotzdem gibt es an Silvester einen neuen Renner: «Die Utensilien fürs Bleigiessen werden seit zwei Jahren vermehrt gekauft», sagt er. Dieses Jahr sei bereits im Voraus alles ausverkauft gewesen. Über die Ursachen für diesen neuen Trend kann auch Locher nur spekulieren. Was er jedoch mit Sicherheit sagen kann: «Richtig eingekauft wird das Feuerwerkszeug erst heute, wenn alle wissen, wie das Wetter wird und was sie vorhaben.»