Rahel von Planta (FDP) heisst die erste Gemeindepräsidentin von Oetwil. Die Gesundheits- und Sozialvorsteherin ist gestern gewählt worden. Sie setzte sich eindeutig gegen den 20-jährigen Politneuling Thomas Oberortner (parteilos) durch, dem niemand ernsthafte Chancen einräumte.

Mit 210 Stimmen erzielte er dennoch einen Achtungserfolg. Von Planta machte 393 Stimmen und löste den langjährigen Präsidenten und Finanzvorstand Paul Studer (FDP) ab.
Die grosse Überraschung des Tages war die Abwahl von SVP-Gemeinderat Walter Bühler. Er holte nur 267 Stimmen und schied als Überzähliger aus, obwohl er das absolute Mehr von 234 Stimmen übertraf.

Bühler hätte mit 24 Jahren die grösste Erfahrung im Gremium ausweisen können. Noch vor vier Jahren hatte er gar die Wahl zum Präsident versucht. Bei der Verkündigung des Resultats tauschten gestern dann auch einige Anwesende konsternierte Blicke aus. Der Abgewählte selbst war nicht anwesend.

Gründe für die Abwahl

Allenfalls hat dem langjährigen SVP-Gemeinderat Bühler das Dreierticket seiner eigenen Partei geschadet. Die SVP wollte mit dem bisherigen Enrico Frei (wiedergewählt mit 318 Stimmen) und dem Neuen Roland Hagenbucher (gewählt mit 303 Stimmen) den freiwerdenden Sitz des zurücktretenden FDP-Präsidenten Studer ergattern — verloren haben sie nun ihren langjährigen Vertreter. Andererseits war Bühler mit einer privaten Einsprache negativ aufgefallen, die er wegen eines geplanten Radwegs des Kantons durch sein Land verhindern wollte. Das sei einigen Stimmbürgern vermutlich in den falschen Hals geraten, hiess es denn auch in der Gemeindescheune, wo die Resultate verlesen wurden.

Mit dem besten Ergebnis wurde der Bisherige CVP-Mann Thomas Bernegger (404 Stimmen) bestätigt. Auch dem FDP-Kandidaten Matthias Zehnder gelangt mit 381 Stimmen ein sehr gutes Resultat, er wurde ins Gremium gewählt. Insgesamt bleibt das Kräfteverhältnis in Oetwil nach diesem Wahlsonntag mit zwei FDP-lern, zwei SVP-lern und einem CVP-ler erhalten.

«Ich werde mein Bestes geben»

«Ich fühle mich sehr geehrt, dass Sie mir Ihr Vertrauen als erste Gemeindepräsidentin aussprechen», wandte sich von Planta an die versammelten Oetwilerinnen und Oetwiler. Bei ihrem Zuzug vor vielen Jahren hätte sie nie geglaubt, dass sie dieses Amt je bekleiden würde. Nach der Geburt ihres ersten Kindes sei sie dann aber für ein Amt in der Schulpflege angefragt worden.

Rahel von Planta: «Als erste Oetwiler Gemeindepräsidentin darf ich Geschichte schreiben»

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«Ich dachte zuerst, die Anfrage gelte meinem Mann», meinte sie schmunzelnd. Acht Jahre später portierte sie die FDP für den freiwerdenden Sitz im Gemeinderat. Das war vor vier Jahren. Heute steht sie nun als erst dritte Frau im rechten Limmattal an der Spitze. «Ich werde mein Bestes geben, auch wenn die Fussstapfen meines Vorgängers riesig sind.» Aber auch sie, von Planta, habe grosse Füsse.

Auskunft per Telefon

Die beiden Abwesenden, der nichtgewählte Thomas Oberortner und der abgewählte Walter Bühler, waren schliesslich per Telefon erreichbar. «Ich akzeptiere das Resultat», gab Bühler den fairen Verlierer, «meine Frau ist überglücklich, dass ich nach 24 Jahren wieder mehr Zeit für die Familie habe.» Angesprochen auf seinen allgemein unbestrittenen Leistungsausweis als Politiker, aber sein negatives Auffallen als Privatmensch, meinte Bühler: «Wenn der Stimmbürger Privates und Politisches nicht trennen kann, ist das so. Ich habe mich immer mit Herz und Seele für diese Gemeinde eingesetzt.»

Der gänzlich unbekannte Newcomer Oberortner, der Oetwil gemäss seinem Wahlslogan «noch jünger» machen wollte und sich «toll» findet, gab sich zufrieden. Schliesslich war seine Kandidatur aus einer Wette unter Freunden entstanden, dass er es besser machen würde als die Angestammten.

Das ist der neue Gemeinderat: