Urdorf
Knabengesellschaft feiert 50-jähriges Jubiläum des legendären Waldfestes

Der älteste in der Dorfchronik erwähnte Verein feierte das fünfzigjährige Bestehen seines legendären Waldfestes.

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50 Jahre Knabengesellschaft Urdorf
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Andi Reist macht die Kanönchen scharf
Stefan Isenschmid, Präsident der Urdorfer Knaben, bei der Begrüssung des Sponsoren-, Ehrengäste- und Delegationen-Apéro
Andi Reist stopft das Kanönchen
Lautes Geknatter und viel Spannung beim Kettensägen-Showschnitzen des Schweizermeisters Toni Flückiger
«John» Spahn, Olten
Ob die beiden Buben das hunderste Urdorfer Waldfest erleben werden_
Stefan Isenschmid, Präsident der Urdorfer Knabengesellschaft, begrüsst am Freitagabend die eingeladenen Gäste
Hier wird das fein schmeckende spanische Nationalgericht Paella zubereitet
Berti Weber, Urdorf
DJ Outside augenzwinkernd am Drücker
Hansueli Gurtner, Urdorf

50 Jahre Knabengesellschaft Urdorf

Christian Murer

In einem Waldstück im Bergermoos, wo Fuchs und Hase sich sonst «gute Nacht» sagen, feierte die Urdorfer Knabengesellschaft am Wochenende zum 50. Mal ihr legendäres Waldfest. Stefan Isenschmid, Präsident der Knabengesellschaft, konnte beim Sponsoren-, Ehrengäste- und Vereins-Delegationen-Apéro eine illustre Runde von Gästen begrüssen. Darunter waren auch einige jung gebliebene «Knaben», die schon beim ersten Waldfest vor fünfzig Jahren dabei waren.

Highlight war das Show-Schnitzen

Traditionsgemäss eröffneten am Freitag drei Böllerschüsse den Anlass. Highlight des Abends war aber das Show-Schnitzen von Toni Flückiger aus dem bernischen Grünenmatt. Mit seinen Motorsägen fräste der Schweizer Meister im Eiltempo eine Katze aus einem Stamm, die man am Ende für 3200 Franken versteigerte. Der Erlös kommt dem Verein ALD-Charity mit Sitz in Bülach zugute, der sich gegen eine unheilbare Stoffwechselkrankheit einsetzt.

John Spahn, Olten «Als wir das Waldfest vor fünfzig Jahren lancierten, stellten wir ein OK zusammen, in dem jeder bereit war, anzupacken. Wir mussten damals den Bauern, dem das Land gehörte, um Erlaubnis fragen. Da sein Sohn jedoch bei den Knaben war, durften wir das Waldstück benützen. Im ersten Jahr hat der Frauen- und Töchterchor Urdorf am Fest gesungen. Die Frauen haben auch im Service mitgeholfen. Als ich bei der Gründung der Fasnachtsclique dabei war, trat ich aus der Knabengesellschaft aus. Später zog ich dann von Urdorf nach Olten. Ich finde es ganz schön, dass die Knabengesellschaft uns an dieses Jubiläumsfest eingeladen hat.»
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Arthur Bucher, Rudolfstetten «Das Wasser fassten wir vor fünfzig Jahren vom nahen Hydranten. Deshalb haben wir auch mit kaltem Wasser abgewaschen. Den Strom zapften wir direkt vom Mast ab. So etwas wäre heute absolut unmöglich. Als wir das 10-Jahr-Jubiläum des Waldfestes feierten, organisierten wir zum ersten Mal eine Bierschwemme. Am Abend vorher klaute jemand ein Bierfass. Anderntags mussten wir ein neues besorgen. Wer es gestohlen hat, fand man nie heraus. Wir hatten nur Vermutungen. Ich finde es toll, dass es dieses Waldfest auch nach fünfzig Jahren noch gibt – meinerseits ein grosses Kompliment an die junge Generation!»
Berti Weber, Urdorf «Seit ich meinen Mann Peter kenne, komme ich ans Waldfest. Da kommen viele Erinnerungen zusammen. Wenn wir etwa früher ‹eins› getrunken haben, kam uns der Rückweg nach Urdorf manchmal schon sehr lange vor. Da konnte es schon mal vorkommen, dass wir die Strassen von der einen zur andern Seite ‹ausgemessen› hatten, bis wir dann im Dorfzentrum ankamen. Der Reiz des Festes macht für mich aus, Urdorfern zu begegnen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Dass die Knaben dieses Fest schon seit fünfzig Jahren durchführen, finde ich wirklich super.»
Hansueli Gurtner, Urdorf «Vor 45 Jahren übernahm ich von meinem ältesten Bruder als Bauchef das Waldfest. Diese Funktion übte ich 17 Jahre lang aus. In dieser Zeit habe ich hier viele lustige Sachen erlebt. Für die jüngsten Knaben mussten wir damals Tanzbändel verkaufen. Handys gabs noch keine. Um abschätzen zu können, wie sich das Wetter entwickeln würde, schauten wir jeweils einfach immer wieder zum Himmel hinauf. Die einzige Alternative war der Wetterdienst des Flughafens Kloten. Ja, in all den Jahren hat sich viel verändert. Das Einzige, was geblieben ist, ist der Wald. Der ist zum Glück immer noch gleich.»

John Spahn, Olten «Als wir das Waldfest vor fünfzig Jahren lancierten, stellten wir ein OK zusammen, in dem jeder bereit war, anzupacken. Wir mussten damals den Bauern, dem das Land gehörte, um Erlaubnis fragen. Da sein Sohn jedoch bei den Knaben war, durften wir das Waldstück benützen. Im ersten Jahr hat der Frauen- und Töchterchor Urdorf am Fest gesungen. Die Frauen haben auch im Service mitgeholfen. Als ich bei der Gründung der Fasnachtsclique dabei war, trat ich aus der Knabengesellschaft aus. Später zog ich dann von Urdorf nach Olten. Ich finde es ganz schön, dass die Knabengesellschaft uns an dieses Jubiläumsfest eingeladen hat.»

Christian Murer