Dietikon

Knaben nutzen den Jugendtreff häufiger als Mädchen

Der Jugendtreff Dietikon. (Archiv)

Der Jugendtreff Dietikon. (Archiv)

Wie erfolgreich ist der Jugendtreff Dietikon und wer nutzt seine Angebote? Der Stadtrat nimmt Stellung zu Fragen der EVP-Gemeinderätin Nadine Burtscher.

Kaum ein Jugendtreff in der Region wird häufiger besucht als derjenige in Dietikon. Er habe letztes Jahr «eine konstant hohe Besucherzahl» aufgewiesen. Das schreibt der Dietiker Stadtrat in seiner Antwort auf die Interpellation von Gemeinderätin Nadine Burtscher, die sie und 23 Mitunterzeichnende letzten Oktober eingereicht hatten. Die EVP-Politikerin wollte die genauen Besucherzahlen erfahren und darüber informiert werden, wie gut die Angebote des 2012 eröffneten Jugendtreffs Dietikon Anklang finden.

Aufteilung nach Geschlechtern

Durchschnittlich besuchen 20 Mittelstufen- und 80 Oberstufenschüler den Treff pro Woche. Was dabei auffällt: Weibliche Besucher sind im Jugendtreff gemäss Stadtrat wesentlich seltener anzutreffen als männliche. Dies trifft zwar auch auf einige andere Jugendtreffs in der Region zu. Es liege ihr aber am Herzen, sagt Nadine Burtscher auf Anfrage, dass man auch speziell an die Mädchen denke. «Man sollte sich fragen, weshalb kein Interesse besteht oder ob den Mädchen etwas fehlt», sagt sie.

Allerdings führt der Stadtrat zurzeit keine Befragungen bei den Jugendlichen durch, um herauszufinden, wie die Angebote ankommen. Er stützt sich lediglich auf Besucherzahlen. Burtscher hätte eine Idee, wie man die Zielgruppe in Zukunft umfassender befragen und die Angebote optimieren könnte. «Man könnte eine Art Feedbacksystem einführen», sagt sie.

Augenscheinlich ist, dass sich die Jugendlichen stets geschlechtergetrennt in den Aufenthaltsräumen des Treffs aufhalten. Gemäss Stadtrat nutzen das Musikstudio ausschliesslich die männlichen Jugendlichen, während sich die Mädchen im Tanzraum aufhalten. Burtscher glaubt, dass im Tanzraum zu sitzen und zu plaudern wohl eher ein Mädchending und Rap-Songs aufzunehmen ein Jungending sei.

«Ich finde es gut, dass es Räume gibt, wo Mädchen und Jungen sich zurückziehen können», sagt sie. «Wenn ich mir die Zahlen und Angebote anschaue, lohnt es sich auf jeden Fall, den Jugendtreff weiterzuführen», so Burtscher. Sie glaubt, dass der Treff so erfolgreich ist, weil er sehr attraktive Öffnungszeiten biete.

Die Schüler könnten gleich nach der Schule vorbeikommen. Auch sei er auf Facebook sehr aktiv, eine Plattform, die die jungen Leute gut erreiche. Trotzdem fände es die Politikerin schön, noch mehr junge Leute anzusprechen. «Man darf dabei aber nicht die Kapazitäten der Jugendarbeiter ausser Acht lassen», sagt Burtscher, die früher selbst in einem Jugendtreff arbeitete.

Bewerbungshilfe wenig gefragt

Die Jugendarbeiter unterstützen die Jugendlichen unter anderem bei ihrer Lehrstellensuche. Im aktuellen Schuljahr nutzen dieses Angebot in Dietikon jedoch nur sehr wenige Jugendliche. «Bis heute sind lediglich zwei Anfragen zu verzeichnen», so der Stadtrat. Acht waren es letztes Schuljahr.

Burtscher hat sich überlegt, was die Gründe dafür sein könnten: Es sei möglich, dass die Schule schon vielerlei anbiete oder die Jugendlichen durch die Eltern oder das Berufsinformationszentrum BIZ unterstützt würden, sagt sie. Deshalb sei der Jugendarbeiter womöglich nicht die erste Ansprechperson. «Keinesfalls würde ich dieses Angebot aber zurückziehen. Auch wenn sich weniger Jugendliche für die Bewerbungshilfe angemeldet haben», betont sie.

Ein weiteres Angebot, das im Jugendtreff zurzeit überprüft wird, ist ein neuer Tanzkurs für die Jugendlichen. Wie der Stadtrat schreibt, befinde sich der aktuelle Kurs gerade in einer «Umbruch-Phase».

Grund dafür sind längere Absenzen der Tanzlehrerin, die lange Zeit im Jugendtreff unterrichtete. Fünf bis über zehn Mädchen tanzten jeweils bei ihr. Für Burtscher ist das eine zufriedenstellende Zahl. «Jetzt gilt es, aktiv dranzubleiben und zu schauen, welche Angebote weitergeführt oder man anders machen sollte», sagt sie.

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