Kloster Fahr
Mit Gruss aus dem Vatikan: Der erste «Laudato si‘-Garten» der Schweiz ist eröffnet

Am Freitagnachmittag fand die Einweihung im Kloster Fahr statt. Priorin Irene Gassmann führte persönlich durch den einzigartigen Garten, der die Menschen für den Klimaschutz sensibilisieren soll.

Hans-Caspar Kellenberger
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Der erste «Laudato si‘-Garten» der Schweiz kann nun im Kloster Fahr besucht werden.

Der erste «Laudato si‘-Garten» der Schweiz kann nun im Kloster Fahr besucht werden.

Bild: Henry Muchenberger

Am Morgen kam der schriftliche Gruss aus dem Vatikan. Diesen haben sich die Benediktinerinnen und der Verein Pro Kloster Fahr verdient, weil sie gemeinsam den ersten «Laudato si‘-Garten» der Schweiz hergerichtet haben. Der Gruss von ganz oben folgte dann auch prompt: Dank dem einsetzenden Regen wurde der neue Garten gleich ein erstes Mal bewässert.

Die Eröffnung fand wegen der Coronakrise ohne Gäste statt. Ab diesem Samstag ist er aber auch für die breite Öffentlichkeit frei zugänglich. Er befindet sich im barocken Bauern- und Propsteigarten, rechts neben dem Torbogen beim Eingang zum Klosterareal.

Eine Mischung aus Nutzpflanzen und Wildblumen gedeihen im neuen Garten.

Eine Mischung aus Nutzpflanzen und Wildblumen gedeihen im neuen Garten.

Bild: Henry Muchenberger

Menschen für die Schöpfung sensibilisieren

Der erste solche Garten wurde 2020 im botanischen Garten in Rom eröffnet. «Laudato si‘-Gärten» sollen Menschen für den achtsamen Umgang mit der Schöpfung und der Natur sensibilisieren. 2015 hatte Papst Franziskus die Enzyklika «Laudato si‘» herausgegeben. Darin bringt er, angesichts von Klimaveränderung und zunehmendem Verlust der Biodiversität, seine Sorge um das «Gemeinsame Haus» zum Ausdruck. Damit meint der Papst die Erde und die Bedrohung durch den Klimawandel. An der Eröffnung führte Priorin Irene vor Ort durch den Garten:

«Ein ‹Laudato si‘-Garten› zeigt die Biodiversität der Erde auf. Er ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere und soll auch die Kunst des Menschen mit einbeziehen.»
Priorin Irene Gassmann erklärt den neuen Garten im Kloster Fahr, der darauf aufmerksam machen will, dass die Schöpfung vom Klimawandel bedroht ist.

Priorin Irene Gassmann erklärt den neuen Garten im Kloster Fahr, der darauf aufmerksam machen will, dass die Schöpfung vom Klimawandel bedroht ist.

Bild: Henry Muchenberger

Tatsächlich finden im neuen Garten neben Nutzpflanzen und Wildblumen auch Tiere ein Zuhause. Unter anderem befindet sich in einer Ecke des Gartens ein Bienenhäuschen, an der Mauer hängt ein Spatzenhotel. «Der Mikrokosmos dieses Gartens ist mit der ganzen Welt vernetzt», sagt Priorin Irene.

Das Bienenhäuschen im neuen «Laudato si‘-Garten».

Das Bienenhäuschen im neuen «Laudato si‘-Garten».

Bild: Henry Muchenberger

Päpstlicher Appell hat eine Bewegung ausgelöst

Die päpstliche Enzyklika hat innerhalb der katholischen Kirche unter anderem eine eigene Klimaschutzbewegung hervorgebracht, die dem Appell zum Schutz der Schöpfung folgt. Die Eröffnung des Gartens wurde bewusst auf das Ende der «Laudato si‘-Woche» gelegt, die am Pfingstsonntag endet. Zwischen den Pflanzen ist er mit Informationstafeln zur päpstlichen Enzyklika «Laudato si‘» ausgestattet.

Die Zitate aus der Enzyklika stehen im Dialog mit Texten der 2011 verstorbenen Schriftstellerin und Nonne Silja Walter. «Das wir das hier im Kloster Fahr machen können, ist einzigartig», sagt Priorin Irene. «Wir haben Glück, dass wir eine Dichterin in unserem Kloster hatten, die viel über die Schöpfung schrieb.» Ab Juni sind auch Gartenführungen buchbar, die den Besuchern die Schöpfungstheologie näher bringen wollen.

Die Zitate von Papst Franziskus und Silja Walter im «Laudato si‘-Garten» ergänzen sich.

Die Zitate von Papst Franziskus und Silja Walter im «Laudato si‘-Garten» ergänzen sich.

Bild: Henry Muchenberger