Schlieren
Kleine Niederdorfoper erweist sich als wahren Leckerbissen

«Schliere lacht» - dies nicht nur im Rahmen des Schlierenfestes 2011, sondern ebenso am letzten Donnerstag im Stürmeierhuus an der Vorpremiere der «kleinen Niederdorfoper». 27 Laiendarsteller begeisterten das Publikum.

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Impressionen zur Vorpremiere «Kleine Niederdorfoper»
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Vorpremiere der „kleinen Niederdorfoper“.
Vorpremiere der „kleinen Niederdorfoper“.
Vorpremiere der „kleinen Niederdorfoper“.
Vorpremiere der „kleinen Niederdorfoper“.

Impressionen zur Vorpremiere «Kleine Niederdorfoper»

Limmattaler Zeitung

Regie geführt hat die Schlieremerin Karin Berry. Es ist eine Aufführung von Schlieremern für Schlieremer, 27 Laiendarsteller aus Schlieren meistern mit Bravour den Schweizer Musicalklassiker. Dieser wurde an Sylvester 1951 im Zürcher Schauspielhaus uraufgeführt und ist seither von Schweizer Bühnen nicht mehr wegzudenken.

Von Schlieremer für Schlieremer

Am Anfang war das Projekt «Schlierenfest», doch Rolf Wild, Präsident des OK Schlierenfestes wollte mehr als nur ein gewöhnliches Dorffest. „Mein Wunsch war es, ein Musical oder Theater stattfinden zu lassen, welches etwas mit Schlieren zu tun hat.» So ergab sich im Juni 2009 in einem Gespräch mit Karin Berry, dass man versuchen wollte, die Niederdorfoper als Vorpremiere des Festes aufführen zu lassen.

Berrys Wunsch war es, nicht mit professionellen Schauspielern zu arbeiten, sondern mit Schlieremeren. Doch bevor sich Karin Berry an die Konkretisierung des Projektes machen konnte, standen die Finanzen als Herausforderung da. Dieses wurde aber schnell gelöst. Jedes der Vorpremierentickets betrug den stolzen Preis von 200 Franken. Die Rechnung ging auf, die Schlieremer zeigten ihre Unterstützung. Sämtliche Vorführungen der Niederdorfoper waren innerhalb von 30 Minuten ausverkauft. Zu Recht, denn dieses Urgestein der Schweizer Kultur wurde mit Bravour gemeistert.

Laut singen muss geübt werden

Was Karin Berry mit ihrem Team schlussendlich in einem halben Jahr Probezeit auf die Beine gestellt hat, verdient höchstes Lob. «Es war anstrengend, aber hat auch viel Spass gemacht,» so Produktionsleiterin Bettina Uhlmann-Bauer. Keiner der Darsteller hatte vorher irgendwelche Erfahrungen mit der Bühne - die persönliche Entwicklung der einzelnen Beteiligten sei ausserordentlich, so Uhlmann-Bauer weiter. «Am Anfang der Proben traute sich praktisch keiner einigermassen laut zu singen.» Doch durch professionelles Coaching wurde auch diese Hürde überwunden.

Dies sieht man den Laiendarstellern auch an. Das Stück verläuft praktisch reibungslos und die schauspielerischen Leistungen sind beeindruckend. Das Schlieremer Publikum zeigt sich begeistert. Es vergeht praktisch keine Szene ohne dass schallendes Gelächter den Saal erfüllt. Besonders die Darstellung des Charakters Schaggi Baumann, gespielt von Philipp Locher verdient ein grosses Kompliment. Sein Toben auf der Bühne, weil sich seine Tochter Ruth nicht standesgemäss verhält, ist extrem gelungen. Aber auch der Rest der Darsteller beweist schauspielerisches sowie musikalisches Talent.

Ein zufriedenes und begeistertes Publikum

Die Freude am Singen und Spielen sieht man allen Beteiligten auf der Bühne an. Dass dies ein Stück von Schlieremern für Schlieremer ist, spürt man im Saal. „Ich bin extra für diese Vorstellung aus dem Zürcher Oberland angereist," so Frau Schmidt, eine gebürtige Schlieremerin. «Der Mut, als Laie in einem so bekannten Stück mitzuspielen, halte ich für bewundernswert,» so Frau Schmidt weiter.

Der Rest des Publikums scheint diese Ansicht zu teilen. Am Ende der Vorstellung werden die Schauspieler und Crew mehr als dreimal auf die Bühne geholt um den verdienten Applaus zu ernten. Durchaus kann man von einem gelungen Start vom Schlierenfest 2011 sprechen.