Uitikon-Waldegg
Klassisches Trio verzaubert auch das junge Publikum

Das Trio Gagliano trat am Mittwochabend anlässlich der Jungen Konzertreihe Uitikon auf. Für ein Mitglied des Trios war es ein Heimspiel.

Julia Wartmann
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Konzert Trio Gagliano
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Das gänzlich in Schwarz gekleidete Trio Gagliano verneigt sich vor dem Publikum.
Ein Ausdruck von Konzentration spiegelt sich auf Romaine Bolingers Gesicht, als das Trio César Francks Allegro molto spielt.
Ein Ton sagt mehr als tausend Worte – Romaine Bolinger, Alexander Boeschoten und Payam Taghadossi (v.l) spielen Franz Schuberts Scherzo: Allegro moderato.
Die jungen Besucherinnen in der ersten Reihe vergleichen das Bild im Programmheft mit jenem, das sie vor sich sehen.

Konzert Trio Gagliano

Julia Wartmann

Der ins Licht der Dämmerung getauchte Konzertsaal des Üdikerhuus ist zu etwa einem Drittel gefüllt, als die in Schwarz gekleideten Musiker des Trio Gagliano die Bühne betreten. Das Trio, bestehend aus Romaine Bolinger an der Violine, Alexander Boeschoten am Klavier und Payam Taghadossi am Violoncello, macht mit einem Allegro in Es-Dur von Franz Schubert den Auftakt. Die Rüschchen an Romaine Bolingers Kleid schwingen im Takt ihrer Streichbewegungen und die Haare Alexander Boeschotens federn auf und ab mit den Bewegungen seiner Schultern.

Zweimal im Jahr findet im Üdikerhuus ein Konzert statt, erklärt Romana Kaiser, Veranstalterin der Jungen Konzertreihe Uitikon und selbst Musikstudentin an der Zürcher Hochschule der Künste. Von dort kennt sie die Künstler des Ensembles, mit denen sie auch schon individuell konzertiert hat. Eine Besonderheit dieser Aufführungen ist, dass die Musiker vor dem Konzert einer Schulklasse vor Ort Rede und Antwort stehen. Aus diesem Grund ist die erste Reihe des Konzertsaals mit Mädchen im Alter von sieben Jahren oder jünger besetzt. Sie schauen neugierig auf die Bühne und tauschen nur hie und da einen Blick mit ihren Sitznachbarinnen aus. Die Mädchen interessierten sich vor allem dafür, warum die Musiker genau jene Instrumente gewählt haben, die sie nun spielen. «Es ist unser Ziel, klassische Musik einem breiteren Publikum bewusst zu machen», sagt die Veranstalterin Romana Kaiser, «wir wollen nicht nur Ältere ansprechen.» Die Violinistin Romaine Bolinger erinnert sich gerne an ihre Zeit als Achtjährige im Knonauer-Ensemble, als sie zum ersten Mal in ebendiesem Saal auftrat.

Dass das Trio vor dem Auftritt viel und gut geübt hat, lässt sich am harmonischen Zusammenspiel und der Leichtigkeit, mit der die Bewegungen ausgeführt zu sein scheinen, erkennen. Bei César Francks «Allegro maestoso» in fis-moll gleiten die Füsse von Payam Taghadossi am Boden vor und zurück; sein Violoncello wiegt leicht hin und her. «Es ist fantastisch mitanzusehen, wie drei so junge Leute bereits derart professionell auftreten», findet Franz Tschudi aus Birmensdorf, ein Besucher des Konzerts.

An diesem Abend schliesst sich der Kreis in zweierlei Hinsichten; musikalisch, indem das Trio Gagliano mit einer Zugabe von Franz Schubert endet. Auf einer menschlichen Ebene, weil die Uitikerin Romaine Bolinger an ihrem Heimatort auftritt. Das Ziel der Veranstalterin Romana Kaiser, eines Tages ein Konzert nur mit ortsansässigen Künstlern zu organisieren, ist mit diesem Auftritt ein Stück näher gerückt.