Postschliessung
Klartext statt Schönfärberei

Alex Rudolf
Alex Rudolf
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Die Post schliesst auch in Zukunft weitere Filialen in der Schweiz. (Archivbild)

Die Post schliesst auch in Zukunft weitere Filialen in der Schweiz. (Archivbild)

KEYSTONE/MARCEL BIERI

Bis 2020 schliesst die Post schweizweit rund 600 Filialen. Seit gestern steht fest: mindestens zwei davon im Limmattal. Die Weininger und die Fahrweider Poststellen fallen weg und werden möglicherweise durch Postagenturen ersetzt, vergleichbar mit jener in Bergdietikon. Dort könnten dann Dienstleistungen wie Bargeldbezug oder Einzahlungen getätigt werden. Wie die Angebote in Weiningen und der Fahrweid dereinst aussehen, steht jedoch noch nicht fest.

Aus wirtschaftlichen Überlegungen ist der Entscheid nachvollziehbar, da immer weniger Menschen die Post aufsuchen. Viele nutzen heute E-Banking oder schreiben E-Mails, anstatt Briefe zu versenden. Obwohl die Post eine Leistung des Service public erbringt, kann es nicht im Sinn des Gemeinwohls sein, dass sie defizitär geführt wird.

Was jedoch irritiert, ist die Art und Weise, wie die Post ihre Pläne bekanntmacht. So fanden über Monate Gespräche mit Vertretern von Gemeinde und Quartier statt. Dabei entstand der Eindruck, die Einwohner von Weiningen und der Fahrweid hätten ein Mitentscheidungsrecht. Die Schliessung der beiden Filialen im Limmattal war jedoch – wie auch andernorts – längst beschlossene Sache. Daran können selbst wütende und enttäuschte Bürger nichts mehr ändern. Ehrlicher wäre es, wenn die Post ihre Lösung für einen wirtschaftlichen Betrieb samt Anschlusslösung für die betroffenen Angestellten präsentieren würde. Die Proteste, wie sie andernorts durchgeführt werden, kann sie so zwar nicht verhindern. Doch fühlten sich die Einwohner ernst genommen und wüssten, was Sache ist.