Oberengstringen
Klare Bekenntnisse zur Limmattalbahn am Wahlkampfpodium

Die Nationalratskandidaten aus dem Bezirk Dietikon, Hans Egloff (SVP), Josef Wiederkehr (CVP) und Olivier Barthe (FDP), stehen hinter dem Grossprojekt. Auf einem Wahlkampfpodium machten sie dies deutlich

David Hunziker
Drucken
Teilen
Wahlkampfpodium Limmattal
6 Bilder
«Aus den Grundsätzen des Kantons folgt, dass die Limmattalbahn nötig ist.» Josef Wiederkehr Dietiker CVP-Kantonsrat
«Gentrifizierung und Urbanisierung werden viele Leute ins Limmattal locken.» Olivier Barthe Dietiker FDP-Gemeinderat
«Der Bau der äusseren Nordumfahrung um Zürich kommt nicht infrage.» Barbara Schaffner GLP-Kantonsrätin (Opfikon)
«Ich trete für einen einheitlichen Satz bei der Mehrwertsteuer ein.» Regine Sauter FDP-Kantonsrätin (Zürich)
«Die Limmattalbahn ist keine Konkurrenz zur S-Bahn, sondern ein Zubringer.» Hans Egloff Aescher SVP-Nationalrat

Wahlkampfpodium Limmattal

Zur Verfügung gestellt

Hans Egloff, der SVP-Nationalrat aus Aesch, weicht bei manchen Themen von der Linie seiner Partei ab. So unterstützt er etwa den Bau des Innovationsparks in Dübendorf und eben auch denjenigen der Limmattalbahn. Beide Positionen bekräftigte er auf dem FDP-Wahlpodium vom vergangenen Mittwochabend in Oberengstringen.

Nicht viel Dissens

Viel gestritten wurde unter den ausschliesslich bürgerlichen Nationalratskandidierenden nicht. Einzig GLP-Kantonsrätin Barbara Schaffner (Otelfingen) provozierte da und dort etwas Dissens: Mit ihrer kategorischen Ablehnung der äusseren Nordumfahrung um Zürich – «das kommt nicht infrage» – war sie allein; und ihre Anerkennung von Lohndumping als ein politisches Problem stiess vor allem beim Dietiker Bauunternehmer und CVP-Kantonsrat Josef Wiederkehr auf Ablehnung.

Einig waren sich die Kandidierenden vor allem darin, dass Bürokratie abgebaut werden soll. Für Wiederkehr würde die Abschaffung der Solidarhaftung im Bau zuoberst auf der Abschussliste unnötiger Gesetze stehen. Die Stadtzürcher FDP-Kantonsrätin Regine Sauter sieht viel Potenzial zur Vereinfachung: «Ich trete für einen einheitlichen Satz bei der Mehrwertsteuer ein», sagt sie etwa.

Das Podium sollte sich vor allem um Limmattaler Themen drehen. Meist verloren sich die Kandidierenden jedoch in allgemeinen Positionsbezügen. Anders beim Thema Limmattalbahn, zu dem auch die meisten Fragen aus dem Publikum gestellt wurden: Der Schlieremer SVP-Gemeinderat Thomas Grädel nutzte die Gelegenheit etwa, um das Projekt zu kritisieren, mit dem man einzig die Gleise, die in den Sechzigerjahren entfernt worden seien, wieder installieren wolle. Dies sei unnötig.

«Mehr Vor- als Nachteile»

Wiederkehr widersprach: Der Kantonsrat habe zwei Grundsätze aufgestellt: dass erstens 80 Prozent des Bevölkerungswachstums in den urbanen Gebieten stattfinden soll und dass zweitens 50 Prozent des zusätzlichen Verkehrs vom öV bestritten werden soll. «Aus diesen Grundsätzen folgt, dass die Limmattalbahn nötig ist», so Wiederkehr. Auch er sei nicht einfach begeistert, in Dietikon habe er sich etwa für eine andere Linienführung eingesetzt. Dennoch hält er fest: «Die Bahn hat klar mehr Vor- als Nachteile.»

Ein weiterer Gegner des Projekts war der Meinung, neben der S-Bahn brauche es keine weitere öV-Achse entlang der Limmat. Viel eher solle man in Busse und S-Bahn investieren. «In Bezug auf die S-Bahn bin ich mit Ihnen einverstanden», antwortete Egloff, «doch das wird bereits getan.» Die Limmattalbahn sei auch nicht als Alternative zur
S-Bahn gedacht, sondern als Zubringer, so der Nationalrat, der die Allianz Pro Limmattalbahn co-präsidiert.

Auch der Dietiker FDP-Gemeinderat Olivier Barthe, der fünfte Kandidat auf dem Podium, gehört zu den Unterstützern der Bahn. Mit der aktuellen Projektierung sei er «sehr glücklich», sagte er. «Gentrifizierung und Urbanisierung werden viele Leute ins Limmattal locken.» Letztere führe auch eine Veränderung der Gewohnheiten mit sich: «Immer mehr Leute haben gar kein Auto mehr – auch für sie ist die Limmattalbahn», so Barthe.

Aktuelle Nachrichten