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Kiwic strebt Grosses an: «Der direkte Wiederaufstieg war unser Ziel vor der Saison, und das wollen wir jetzt durchziehen»

Fussball Die Dietikerin Rahel Kiwic will mit dem MSV Duisburg wieder in die 1. Bundesliga aufsteigen.

Michel Sutter
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Rahel Kiwic (Mitte) bejubelt einen Treffer für die Schweiz. zvg

Rahel Kiwic (Mitte) bejubelt einen Treffer für die Schweiz. zvg

KEYSTONE

Schweiz gegen Norwegen, am Mittwoch vor einer Woche. Es läuft die Nachspielzeit. Ramona Bachmann legt im Strafraum der Norwegerinnen den Ball quer. Dort grätscht Rahel Kiwic hinein –- 2:1 für die Schweiz.

Damit sichert Kiwic der Schweiz den Sieg im letzten der drei Spiele der Olympiaqualifikation. Nur: Ihr Siegtreffer nützt den Schweizerinnen nichts mehr. Da sie zuvor gegen Schweden und die Niederlande verloren haben, haben sie sich nicht fürs Olympiaturnier in Brasilien im Sommer qualifiziert. «Wir waren natürlich schon sehr enttäuscht, dass wir die Qualifikation nicht geschafft hatten», sagt Kiwic. «Für uns wäre eine Olympiateilnahme etwas Besonderes gewesen.»

Der Treffer gegen Norwegen weist eine kuriose Parallele zu einem Tor von Kiwic vor einem Jahr auf. Diesen erzielte die 25-Jährige ebenfalls gegen Norwegen und ebenfalls am 9. März. «Das habe ich gar nicht gewusst», gibt Kiwic zu und lacht. «Das Datum scheint mir Glück zu bringen.»

Kiwic spielt seit vier Jahren für die Nationalmannschaft. Damals stand die 1,85 Meter grosse Verteidigerin, die ihre Fussballkarriere einst beim FC Dietikon begonnen hat, noch in den Diensten der FC Zürich Frauen. Mit den Zürcherinnen gewann die Dietikerin in dieser Zeit sechs Mal den Schweizer Meistertitel und zwei Mal den Cup.

Vor zwei Jahren dann entschied sich Kiwic, zu ihrem jetzigen Verein, dem MSV Duisburg, zu wechseln. In Duisburg traf Kiwic unter anderem auf ihre ehemalige FCZ-Mitspielerin Inka Grings, die bei den Duisburgerinnen das Traineramt übernommen hatte. «Ich hatte mit Inka seit ihrem Abgang vom FCZ immer wieder Kontakt gehabt», erklärt Kiwic. «Wir haben uns gut verstanden. Daher war sie für mich ein Faktor, dass ich mich für Duisburg entschieden habe.»

Für Kiwic war der Wechsel nach Deutschland auch ein Wechsel in eine andere (Fussball-)Welt. «Wir spielen hier in einem kleinen Stadion», sagt Kiwic. «Und wenn Duisburg spielt, sieht man in den Strassen deutlich mehr Leute in Fanshirts als in Zürich.» Bezüglich Trainingsbedingungen stehe der FC Zürich den deutschen Vereinen allerdings in nichts nach. «Mit dem Heerenschürli, wo wir jeweils trainiert haben, ist der FCZ topausgestattet», sagt Kiwic.

Als die Verteidigerin zu Duisburg wechselte, spielten die «Zebras», wie die Duisburger genannt werden, noch in der 1. Bundesliga. Doch ein Jahr später mussten sich Kiwic und ihre Teamkolleginnen aus der höchsten deutschen Spielklasse verabschieden und den Gang in die 2. Liga antreten. Damals hätte Kiwic, die nur für ein Jahr unterschrieben hatte, sich einen neuen Verein suchen können.

Doch sie entschied sich, in Duisburg zu bleiben. «Ich habe mich hier in Duisburg wohlgefühlt und fühle mich auch jetzt wohl», erklärt sie, auch wenn sie Zürich manchmal schon vermisse. «Duisburg ist eine Industrie- und Arbeiterstadt», sagt Kiwic. «Man hat nicht dieselben Möglichkeiten wie in Zürich.» Zudem sei Duisburg weit weg von ihrer Heimat. «Da kann man nicht mal für einen Abend nach Hause fahren.» Immerhin habe sie beim Zusammenzug der Nationalmannschaft ihre Familie besuchen können, ebenso an Weihnachten.

Direkter Wiederaufstieg?

Diese Saison läuft es für Kiwic und ihre Teamkolleginnen deutlich besser als noch im vergangenen Jahr. Die Duisburgerinnen haben bisher all ihre Meisterschaftsspiele gewonnen und stehen souverän auf Platz 1. Sie haben elf Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten - bei sieben ausstehenden Spielen. Dass sie am Ende der Saison wieder in die höchste deutsche Liga aufsteigen, ist also mehr als wahrscheinlich. «Das dürfen wir uns jetzt nicht mehr nehmen lassen», meint Kiwic und fügt hinzu: «Der direkte Wiederaufstieg war unser Ziel vor der Saison, und das wollen wir jetzt durchziehen.»

Und wenn es mit dem Aufstieg klappt? Hängt sie dann noch ein Jahr an? «Wenn man mit einem Team abgestiegen ist und dann den Wiederaufstieg schafft, möchte man auch bleiben», erklärt Kiwic. «Ich würde hier schon sehr gerne weiterhin spielen.»