Ob als Spaziergänger oder Jogger: Zwischendurch auf einer Bank eine kleine Pause einzulegen, tut gut und ist entspannend. Meistens sitzt man einfach da und beobachtet das Geschehen um sich herum. Neu gibt es in Dietikon auch die Möglichkeit, die eigene Umgebung gedanklich zu verlassen und für einen Moment in eine andere Welt einzutauchen.

Ab sofort bis Ende Sommer finden Fussgänger nämlich im Bezirkshauptort an verschiedenen Standorten insgesamt sieben Lesebänke. Neben diesen Bänken befindet sich jeweils eine angekettete Plastikbox mit Büchern aus vielfältigen Themenbereichen. Durchgeführt wird die Aktion von der Stadt- und Regionalbibliothek in Dietikon. Die bereitgestellten Bücher stammen aus dem Fundus der Bibliothek, wo sie nicht mehr benötigt werden. «Wir müssen jedes Jahr zehn Prozent unseres Bücherbestandes aussortieren, weil neue Bücher dazukommen und wir sonst keinen Platz mehr hätten», sagt Agnes Matt, die Leiterin der Stadtbibliothek. «Mit diesem Projekt bietet sich uns die Möglichkeit, alte Bücher weiterzugeben, statt sie zu entsorgen.» Wenn man Gefallen an einem Buch gefunden hat, darf man dieses auch mitnehmen und behalten. «Die Aktion soll den Leuten Freude bereiten», so Matt.

Positives Feedback am ersten Tag

Letztes Jahr hat die Bibliothek dieses Projekt zum ersten Mal durchgeführt. «Ich habe die Lesebänke zuvor im Bezirk Affoltern und in der Ostschweiz gesehen», sagt die Bibliothekarin. «Deshalb wollte ich es bei uns auch ausprobieren und schauen ob es funktioniert und wie die Leute darauf reagieren.» Bereits am ersten Tag erhielt die Bibliothek damals positive Rückmeldungen, sagt die Leiterin: «Dieses Jahr wollten wir die Aktion unbedingt wiederholen.» Zusätzlich wird in der diesjährigen Badesaison eine Bücherbox im Freibad Fondli aufgestellt, damit sich Wasserratten in einem ruhigen Moment in einem der offerierten Bücher vertiefen können.

Angst vor Vandalenakten hat Matt nicht: «Für uns ist es kein grosser Verlust, wenn die Bücher beschädigt werden, da sie nicht mehr in unserem Bestand sind. Es ist aber schade, wenn die Leute die Lesebänke nicht nutzen.»

Nicht bei allen Bänken funktioniert die Idee gleich gut. Laut Matt gab es im letzten Jahr einen Standort, wo die Bücherbox nach Gebrauch nicht immer geschlossen wurde. «Durch den Regen sind die Bücher nass und unbrauchbar geworden», sagt die Bibliothekarin. Schliesslich habe es jemand sogar geschafft, die Box von ihrer Kette zu lösen und in den Bach nebenan zu werfen. An diesem Standort steht in diesem Jahr keine Lesebank mehr. «Wir müssen ein bisschen ausprobieren, wo es funktioniert und wo nicht», sagt Matt. An den meisten ausgewählten Orten laufe es aber sehr gut. «Die meisten Leser schätzen die Aktion und halten sich auch an die Regeln.»

Wie Matt sagt, sei die Bibliothek über jede Rückmeldung von Personen, die eine Lesebank schon ausprobiert haben, froh. So könne die Bibliothek auf weitere Wünsche der Leser eingehen.

Die Standorte der Dietiker Lesebänke:

Limmatweg beim Inseli, Grunschen,

Freizeitanlage Chrüzacher, Junkholz,

Marktplatz, Rapidplatz, Freibad Fondli