Urdorf
Kirchen rüsten sich für den Abstimmungskampf

Mit einer Veranstaltungsreihe wollen die Kirchen Urdorf der Initiative der Jungfreisinnigen den Wind aus den Segeln nehmen. Dabei gehen sie über das Minimum hinaus.

Alex Rudolf
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Zur Illustration griff der reformierte Pfarrer selber zum Stift und kreierte diese Karikatur. Foto: ZVG

Zur Illustration griff der reformierte Pfarrer selber zum Stift und kreierte diese Karikatur. Foto: ZVG

Erst am Montag entschied der Kantonsrat, die Initiative «Weniger Steuern fürs Gewerbe» nicht zu unterstützen und ihr auch keinen Gegenvorschlag zur Seite zu stellen. Die Zeichen stehen also schlecht für das Begehren der Jungfreisinnigen. Sie wollen Firmen im Kanton Zürich von der Kirchensteuer befreien. Dieser Thematik nehmen sich die Urdorfer Kirchen ab heute mit einer Veranstaltungsreihe an, die bis Anfang März andauert. Obwohl die Kirchensteuer-Initiative erst Mitte Mai vors Volk kommt – der Effort der Urdorfer Kirchen wäre, fände er kurz vor der Abstimmung statt, womöglich in den Köpfen der Wähler noch präsenter. Ivan Walther, Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde und Mitinitiator der Anlässe, verweist darauf, dass die Initiative zwar ein Auslöser war, es aber auch darum gehe, generell einen Dialog über die Entwicklung von Kirche und Gesellschaft zu ermöglichen.

Sinnbildlich für diesen Dialog gestaltete Ivan Walther eine Karikatur (siehe Bild). Die zwei personifizierten Kirchgebäude sollen den Austausch der römisch-katholischen und reformierten Kirchen illustrieren. Die Angst, die den beiden Gebäuden ins Gesicht geschrieben ist, dürfte wohl mit der Initiative der jungen FDP zusammenhängen.

Grabfelder für Moslems sind Thema

Den Auftakt macht heute Abend Cla Reto Famos. Der Jurist und Theologe hält einen Vortrag über das Verhältnis von Kirche und Staat. Dabei wird auch die Schaffung von muslimischen Grabfeldern thematisiert, wie Walther ausführt. So sei auch zu bedenken, dass der Staat, der für das Friedhofswesen verantwortlich ist, den Begehren von anderen Religionsgemeinschaften mit Bedacht begegnen müsse. «Gibt man einer Religionsgemeinschaft gewisse Privilegien, so ist im Bestattungswesen die Religionszugehörigkeit nicht mehr wie bis anhin sekundär», so Walther. Dies könne womöglich zu einem Ungleichgewicht führen.

Das Geld der Kirchen soll am
23. Januar thematisiert werden. Franz Germann, der im Synodalrat der katholischen Kirche des Kantons Zürich für die Finanzen zuständig ist, beschäftigt sich in seinem Vortrag mit der Frage, wofür die Kirchen die Steuergelder ausgeben. Er werde drauf verweisen, dass die vielfältige Arbeit der Landeskirchen dem friedlichen Zusammenleben diene und der sozialen Wohlfahrt sehr grosse Kosten einspare, so Walther.

Der Höhepunkt der Veranstaltungsreihe findet am 5. Februar statt. In einer Podiumsdiskussion kreuzen Gewerbe- und Kirchenvertreter in Bezug auf die Initiative der Jungfreisinnigen die Klingen (Teilnehmer siehe Kontext). Die Leitung übernimmt Jürg Krebs, Chefredaktor der az Limmattaler Zeitung.

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