Dietikon
Kirche will Angst vor dem Weltuntergang nehmen

Die reformierten Pfarrerinnen wollen mit Veranstaltungen erklären, was es mit dem Mayakalender auf sich hat. Denn ginge es nach diesem Kalender, ist der Weltuntergang nur 72 Tage entfernt.

Anina Gepp
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Mit Veranstaltungen will die Kirche Dietikons helfen, das Thema des Weltuntergangs zu klären. (Symbolbild)

Mit Veranstaltungen will die Kirche Dietikons helfen, das Thema des Weltuntergangs zu klären. (Symbolbild)

In 72 Tagen geht die Welt unter. Das zumindest wird in Kreisen von Esoterikern behauptet, die sich dabei auf den Mayakalender beziehen. Die moderne Interpretation des Kalenders der amerikanischen Ureinwohner ist weltweit bekannt und sorgt immer wieder für Gesprächsstoff. So merkte auch Willemien Lammers, reformierte Pfarrerin in Dietikon, dass die Weltuntergangstheorie die Leute beschäftigt. «Es ist ein Bedürfnis des Menschen, solchen Fragen nachzugehen», sagt Lammers.

Sie sehe es als Aufgabe der Kirche, nüchtern und sachlich aufzuklären, dass solche Endzeit-Erwartungen nicht mehr als Aberglaube seien, sagt Lammers. Mit Anlässen zum Thema Weltuntergang, Zeit und Ewigkeit wolle die reformierte Kirche Dietikon die Leute an das umstrittene Thema heranführen.

«Wir sind sicher»

Eine erste Vorlesung von Thomas Hofmeier, der als Experte und Archäologe aufzeigt, worum es beim Mayakalender wirklich geht, fand bereits statt. In einem nächsten Schritt wird Lammers über den Weltuntergang aus christlicher Sicht sprechen. Die Pfarrerin sagt: «Die Bibel macht eine klare Aussage: Wir sind sicher in Gottes Hand.» Diese Aussagen seien beruhigend und könnten den Menschen die Angst nehmen.

Die dunkle Seite

Sich mit dem Weltuntergang zu befassen habe immer auch eine dunkle Seite, so Lammers. «Wenn man zuversichtlich lebt, ist es einem wohler. Und das gönne ich den Menschen», sagt die Pfarrerin. Die dritte Veranstaltung zum Thema Zeit und Ewigkeit beschäftigt sich mit dem Umgang mit der Zeit. Pfarrerin Britta Hess sucht dazu den Dialog mit den Menschen. Lammers sagt: «Das Thema des Weltuntergangs scheint uns immer so weit weg, doch eigentlich ist es uns sehr nahe.» Denn wenn man sich mit dem Thema auseinandersetze, tauche immer dieselbe Frage auf, sagt Lammers. «Die Leute fragen sich: Was mache ich mit meinem Leben, was ist mir wichtig, wofür nehme ich mir Zeit?» Die Kirche wolle die Menschen dazu bewegen, eine Antwort auf diese Fragen zu finden oder ihnen zumindest einen Denkanstoss in die richtige Richtung geben, so die Pfarrerin.

Am 24. Oktober findet um 20 Uhr im reformierten Kirchgemeindehaus eine Veranstaltung zur christlichen Perspektive zum Ende der Welt mit Willemien Lammers statt. Am 21. November um
20 Uhr gibt es im reformierten Kirchgemeindehaus ein voradventliches «Zeit innehalten» mit Britta Hess.