Gute Drehorte für einen Film zu finden ist keine leichte Aufgabe. Die Verantwortlichen des neuen Schweizer Films «Flitzer» schauten sich für eine Public-Viewing-Szene denn auch viele Lokale an. Schliesslich entschieden sie sich für die Zeus Music Bar in Dietikon. «Das Zeus ist in drei Szenen zu sehen», sagt Stefan Schmucki, seit 28 Jahren Pächter der Bar. Damit hat die Bar es bereits zum zweiten Mal in einen Kinofilm geschafft. Jemand aus dem Umfeld des letzten Filmes «Driften» habe die Filmemacher von «Flitzer» auf sein Lokal aufmerksam gemacht, sagt Schmucki.

In der Szene, die nun im Zeus gedreht wurde, jubeln Fussballfans ihrem Team zu, als plötzlich ein Flitzer auf dem Spielfeld auftaucht. «Für Fussballübertragungen sind wir geeignet, wir haben Screens und eine grosse Leinwand», sagt Schmucki. Obwohl das Zeus nur einige Minuten lang im Film zu sehen ist, war der Aufwand für den Dreh enorm. «Die Crew kam am Nachmittag um drei Uhr, an einem Sonntag im September 2016, mit drei Lastwagen, und drehte bis um ein Uhr morgens», sagt Schmucki. Er war selber vor Ort und beobachtete das Treiben. Möbel seien umgestellt und Signets abgenommen worden. Der Inneneinrichter habe genau gesagt, wie das Lokal aussehen müsse.

Auch der Lottoständer am Eingang verschwand, wie Peter Luisi, Regisseur und Produzent, bestätigt. «Man darf nicht offensichtlich Werbung machen ohne Einverständnisse – und die sind schwer zu bekommen», sagt er. Schmucki musste zudem alle Kühlschränke ausser Betrieb nehmen – wegen der Geräuschkulisse. Eine falsche Bewegung oder ein falsches Geräusch habe sofort dazu geführt, dass die Szene abgebrochen worden sei. «Bis alle zufrieden waren, musste das Team jeweils etwa acht Anläufe pro Szene nehmen», sagt er. Doch die Zusammenarbeit sei sehr gut verlaufen und habe Spass gemacht: «Sollte wieder eine Anfrage für einen Dreh kommen, werde ich sofort Ja sagen.»

Am Set gab es alkoholfreies Bier

Stolz ist Schmucki auf einen seiner Stammgäste, der im Film mitspielt, und auf seine Barfrau Liza Rustolli, die im Film ihre gewohnte Rolle einnimmt. Die Statisten seien alle neu eingekleidet worden. Die grossen Stars — Beat Schlatter, Bendrit Bajra oder Luna Wedler— kamen in den Barszenen zu Schmuckis Bedauern leider nicht vor. Auf die Hauptdarsteller traf er dafür an der Premiere im Corso und bei der anschliessenden Party im Mascotte. Dort gab es im Unterschied zu den Dreharbeiten dann auch echtes und nicht alkoholfreies Bier.