Es ist bereits das dritte und vierte Neubau-Projekt, das die Urdorfer Schulpflege den Stimmberechtigten für den Kindergarten Feld unterbreitet. Nun, nur wenige Tage vor der Gemeindeversammlung vom kommenden Mittwoch, zeichnet sich das dritte und vierte Debakel ab.

Neben der Rechnungsprüfungskommission, die ihre Nein-Empfehlung bereits in der Weisung zur Versammlung veröffentlichte, empfehlen nun auch die FDP, die GLP und die EVP den Modulbau für 1,78 Millionen Franken und den alternativen Containerbau für 1,6 Millionen Franken zur Ablehnung. Mit dieser Nein-Parole verbunden, erachten es die drei Parteien auch nicht für notwendig, den Steuerfuss der Schulgemeinde um drei Prozent zu erhöhen.

Zu unwesentlich günstiger

Die EVP begründet ihre ablehnende Haltung damit, dass ein Schulraumkonzept fehle, heisst es in einer Mitteilung von dieser Woche. «Aufgrund der noch möglichen Siedlungsentwicklung ist nicht zu erwarten, dass die Urdorfer Bevölkerung wesentlich wachsen wird», heisst es darin.

So könne den allfälligen Spitzen der Kindergärtnerzahl nicht mit einer Erweiterung des Kindergartens, sondern auch mit flexiblen Lösungen begegnet werden. «Es ist schwer nachzuvollziehen, dass die Schule, bevor der Kindergarten Feld in Angriff genommen wurde, einen einwandfreien Kindergarten-Pavillon abbrechen liess», schreibt die EVP weiter.

Das Fehlen eines langfristigen Raumplanungskonzeptes und einer Gesamtstrategie bewegte, laut GLP-Ortsparteipräsidentin Silvia Rimensberger, auch ihre Partei zur Nein-Parole.

Die FDP lehnt den Projektkredit ab. Sie habe bereits erfolgreich zwei «überrissene» Kredite in der Höhe von 3,4 und 1,9 Millionen Franken bekämpft. «Es ist unverständlich, dass der Gemeindeversammlung nun zwei Varianten für 1,78 Millionen Franken und 1,6 Millionen Franken vorgelegt werden, die weniger attraktiv, aber nur unwesentlich günstiger sind», so der Präsident der FDP-Ortspartei Stephan Mazan in einer Mitteilung.

Die Urdorfer Sozialdemokraten stimmen dem Kindergarten-Projekt zu, wie Hans Balmer kürzlich in einer Mitteilung bekannt gab. Den Ersatz des Gebäudes durch einen Doppelkindergarten erachtet man als ausgewiesen. Auch die Ortspartei der CVP steht hinter dem Projekt eines Modulbaus.

Steuerfuss ebenfalls umstritten

Die Parteien, welche die Nein-Parole für das Kindergarten-Projekt gefasst haben, stehen auch der geplanten Steuerfusserhöhung der Schulgemeinde von 59 auf 62 Prozent ablehnend gegenüber. Der Tenor lautet, dass diese Erhöhung nur dann Sinn mache, wenn das Projekt auch realisiert würde. Doch noch aus einem weiteren Grund wird die Steuererhöhung kritisch beäugt.

So lässt die EVP verlauten, dass sie die Einheitsgemeinde, über die erst noch abgestimmt werden muss, unterstütze und es nicht für angezeigt halte, noch ein so grosses Bauprojekt vor dieser Abstimmung durchzuziehen. «Gerade auch betreffend des öffentlichen Raumbedarfs eine gesamtheitliche Sicht und Planung zu ermöglichen, ist Sinn der Einheitsgemeinde.»

Laut FDP sei der Zeitpunkt für diese Steuerfusserhöhung schlecht gewählt: «Für die FDP ist unverständlich, dass die Schulgemeinde nun mit einer Steuerfusserhöhung vorprescht, bevor geklärt ist, ob mit der Bildung einer Einheitsgemeinde Synergien genutzt werden können», heisst es in der Mitteilung. Auch hierbei haben die Urdorfer Christ- und Sozialdemokraten eine andere Auffassung. SP und CVP empfehlen ein Ja zur Steuerfusserhöhung.

Keine Partei hat bisher das Budget der politischen Gemeinde etwas auszusetzen. Welche Parolen die SVP-Ortspartei fasst, war bis zu Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Sie traf sich gestern Abend zur Mitgliederversammlung.