Dietikon
Kinder nehmen Kaninchen und Esel mit ins Altersheim

Im Herbstkurs des Chrüzachers besuchen Kinder als Höhepunkt der Woche das Altersheim. Dabei haben sie Kaninchen im selbstgebauten Käfig und sogar einen Esel. «Es war schön, den alten Leuten eine Freude zu bereiten», meinen die Kinder.

Anina Gepp
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Am Feuer wärmen sich die Kinder und Eltern auf und braten über der Glut das Schlangenbrot am Stecken.

Am Feuer wärmen sich die Kinder und Eltern auf und braten über der Glut das Schlangenbrot am Stecken.

Anina Gepp

Jasena und Samara sind noch damit beschäftigt, das Begrüssungsplakat für die Gäste zu gestalten, da trudeln schon die ersten Besucher in die Freizeitanlage Chrüzacher ein. Im Herbstkurs haben Kinder den Stall der Esel ausgemistet, die Tiere im Chrüzacher kennen gelernt und sind mit den Pferden im Wald reiten gegangen. Der Höhepunkt der Woche war der Besuch im Alterszentrum Ruggacker mit Tieren aus dem «Chrüzi».

Eltern, Verwandte und Bekannte sind am letzten Kursnachmittag eingeladen, um zu sehen, was die Kinder alles geleistet haben. Besonders stolz sind die Kinder auf den Kaninchenkäfig, den sie selbst zusammengebaut haben. «Wir mussten den Karton so zuschneiden, dass die Kaninchen da reinpassen», erklärt Tobias und zeigt auf eine Kiste, die mit Sägemehl ausgelegt ist. Seine Grossmutter staunt. Zusätzlich haben die Kinder ein Holzhäuschen mit Fenstern und Türen für die Kaninchen gebaut. Kursleiterin Mirjam Spring erklärt den Eltern: «Normalerweise wohnen die Kaninchen nicht hier. Das mobile Kaninchengehege haben wir für den Besuch im Altersheim gebaut.»

Mit Tieren zu Besuch im Ruggacker

Leute im Rollstuhl können sich dank dem Käfig, der sich auf ihrer Augenhöhe befindet, ohne Probleme den Kaninchen nähern, sie streicheln und füttern. Die Tiere seien von klein auf darauf trainiert worden, sich während des Essens berühren zu lassen, so Spring. «Nicht alle Kaninchen würden sich das gefallen lassen, doch die Belgischen Riesen sind eine sehr gelassene Rasse.»

Die Kinder haben den gesamten Käfig in das Alterszentrum Ruggacker transportiert und sogar noch einen Esel mitgenommen. Sie haben den Senioren die Tiere erklärt und ihnen gut zugeredet, wenn sie sich nicht trauten, sich dem Esel zu nähern. «Es war schön, den alten Leuten eine Freude zu bereiten», sind sich die Kinder einig und strahlen. Sogar eine blinde Frau habe sich getraut, die Kaninchen zu streicheln. Vorab haben die Kinder spielerisch gelernt, sich in eine Person mit Behinderung hineinzuversetzen.

Kursleiterin Barbara Schiffmann sagt: «Es war schön zu sehen, wie genau die Kinder die alten Leute beobachteten und so auf sie eingegangen sind.» Auch für Mirjam Spring ist klar: «Das Tier ist das ideale Verbindungsglied, um junge und alte Menschen miteinander in Kontakt zu bringen.»

Schlangenbrot und Marroni

Nachdem sich die Eltern und Bekannten interessiert alles zeigen lassen haben, können sie sich am Feuer aufwärmen. Um lange Holzstecken wickeln die Kinder süssen Zopfteig zu Schlangenbrot und halten es über die Glut. Über einem zweiten Feuer werden Marroni zubereitet.

Als alle Gäste mit Essen versorgt sind, lesen einige der Herbstkurs-Kinder ihre selbst geschriebene Geschichte vor, in die sie fantasievoll fast alle tierischen Bewohner des Chrüzachers miteinbeziehen. Damit auch die Eltern wissen, welche Tiere in der Freizeitanlage zu Hause sind, spielen die Kinder gegen sie das Chrüzacher-Memory mit Bildern der Tiere – und gewinnen haushoch.