Dietikon

Kinder machen Filme: Ihre Storys spielen im Meer und im All

Der Dietiker Verein Trickfilmausstellung 2019 organisierte einen Kurs, in welchem Kinder Trickfilme kreieren konnten. Die Idee kam gut an, die zehn Limmattaler Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten grosse Freude daran.

«Auf welcher Seite bist du?», fragt ein Mädchen. «Auf Seite 28», antwortet ihre Kollegin. «Ich bin auf Seite 20. Ach Mann, ich komme nicht vom Fleck!». Im Jugendzentrum Dietikon entstand gestern kein kollektives Buch oder Schulprojekt. Die zehn Limmattaler Kinder versammelten sich, um Trickfilme zu kreieren. Anlass war ein Kurs, den der Dietiker Verein Trickfilmausstellung 2019 organisierte (siehe rechts).

«Wir wollen Leute für die Animation begeistern», sagte Vereinsmitglied Rita Bachofen. Im Januar fand bereits ein Trickfilmkurs für Erwachsene statt. Damals ging es darum, den Teilnehmern verschiedene Techniken der Animation vorzustellen. Allein schon mit Sand, Figuren und Zeichnungen könne man eine Geschichte erzählen, so Bachofen.

Gestern haben die Limmattaler Kinder gelernt, wie sie eine selber ausgedachte Geschichte nur mit Bildern erzählen können. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Papierblätter mit Zeichnungen oder Buchstaben verziert wurden. «Im Grunde genommen geht es um Kommunikation: Wie die Kinder ihre eigenen Kreationen entwerfen und in einer verständlichen Weise präsentieren können», sagte die Luzerner Illustratorin und Animatorin Rahel Ilona Eisenring, die den Kurs leitete.

Am Morgen zeichneten die Zehn- bis Vierzehnjährigen verschiedene Bilder. Dabei sollten sie Dinge oder Situationen illustrieren, die sie gern haben, und diejenigen, die sie nicht so toll finden. Danach mussten die Kinder ihre Wahl begründen. «Diese Übung zeigt ihnen, dass man anhand von Bildern Geschichten kreieren und erzählen kann», so Eisenring. Danach entwarfen die Kinder die eigenen Konzepte.

Die einzige Faustregel: Für zweieinhalb Sekunden Film müssen 30 Bilder gezeichnet werden. Daraus entstehen Szenen in einem Zeitlupe-Tempo. «Ich muss jedes Bild detailreich zeichnen, mit kleinen Bewegungen und Neigungen», erklärte der zwölfjährige Alan. In seinem Film flieht eine Familie vor einem Meer-Monster. «Aber sie wird nachher gerettet», versicherte er. Bei der zehnjährigen Fiona ging es um das Sonnensystem. «Eine Rakete kommt aus der Erde und landet auf dem Mond. Was nachher passiert, weiss ich noch nicht», sagte sie. Sie besuchte den Kurs aus Neugier. «Ich schaue selbst gern Trickfilme und wollte wissen, wie sie entstehen.»

Ihre Tischnachbarin Vanessa erzählte eine Geschichte über die Umwelt. «Ein Paar schmeisst eine Dose auf den Boden und ein Bär frisst sie auf. Er wird krank und stirbt», sagte die Elfjährige. «Deswegen soll man die Umwelt schützen», so ihre Schlussfolgerung. Sie fand den Kurs spannend. «Es ist toll, mehr über Trickfilme zu erfahren. Und ich kann auch andere Kinder kennenlernen.»

Denn zwischen der einen Idee und dem anderen Blatt Papier gab es genug Platz für Gespräche. Trotzdem arbeiteten die Kinder im Laufe des Nachmittags konzentriert an ihren Projekten. Aus Lust oder vielleicht sogar aus einem Pflichtgefühl: Ihre Werke werden nächstes Jahr im Dietiker Kulturlokal «Gleis 21» im Rahmen der Wanderausstellung über Trickfilme zum ersten Mal gezeigt.

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