Dietikon
Kinder kämpfen im Fondli um den «Limmattaler Fisch»

Im Dietiker Hallenbad Fondli war es dieses Wochenende noch viel lauter als sonst: Unter lautstarkem Anfeuern von Eltern und Bekannten schwammen rund 150 Kinder mit quietschgelben Badekappen auf dem Kopf um den Titel des «Limmattaler Fischs».

Daniel Andrés Egli
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Kurz vor dem Start werden den jungen Schwimmern die Regeln erklärt
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An Unterstützung für die jungen Schwimmer mangelte es nicht
An jeder Bahn steht ein Zeitnehmer
Schnellster «Limmattaler Fisch» in Dietikon gekürt
Die Schwimmer geben alles, jede Sekunde zählt
Organisatorin Ursula Hintermeister verkündet die Rangliste der jüngsten Jahrgänge

Kurz vor dem Start werden den jungen Schwimmern die Regeln erklärt

Im Dietiker Hallenbad Fondli herrscht Ausnahmezustand: Knapp 150 Kinder, alle mit leuchtend gelben Badekappen bewaffnet, rennen und schwimmen samt elterlichem Anhang kreuz und quer durch die Anlage. Beinahe im Minutentakt gibt ein lautes Horn das Startsignal und fünf weitere Kinder stürzen sich ins Wasser. Am Beckenrand jubeln und schreien Eltern, Bekannte und freiwillige Helfer um die Wette. Wie ein Fels in der Brandung steht Ursula Hintermeister, Initiantin und Organisatorin des «Limmattaler Fisch», zufrieden mitten im bunten Treiben.

Kinder aus dem ganzen Limmattal

«Die Idee entstand vor zwei Jahren», erzählt Hintermeister. Zusammen mit dem Wasser Sport Club Dietikon wollte sie einen regionalen Wettkampf organisieren, «und zwar für die Kinder in den Schwimmschulen.» Wettkämpfe habe es früher nur für die Kinder gegeben, die in einem Club waren. «Dabei lernen viele Kinder noch vor der Primarschule in einer Schwimmschule zu schwimmen», sagt die Weiningerin. Für diese Kinder aus dem ganzen Limmattal sei ihr Wettkampf gedacht.

Waren es letztes Jahr noch knapp 120 Kinder, die um den Titel des «Limmattaler Fisch» geschwommen waren, sind dieses Wochenende 150 Wasserratten gekommen. In den Schulen sei man auf grosse Unterstützung gestossen und mit genügend Sponsoren sei der Anlass dieses Jahr auch finanziell abgesichert. «Wir wollen den Anlass in der ganzen Region etablieren, bis hinüber in den Aargau», skizziert Hintermeister ein Ziel ihres Schwimmwettkampfes.

«Es ist eine Freude, den Kleinen mit ihren gelben Badekappen zuzusehen», sagt Markus Bättig lachend. Der Badmeister des Hallenbads Fondli hat jedoch nur wenig Zeit. Neben dem ständigen Wasserproben nehmen – die Qualität des Wassers muss ständig überprüft werden – und dem Bedienen der Kunden in der Cafeteria, bleibt nicht mehr viel Zeit, das bunte Treiben zu geniessen. «Wir stellen das Schwimmbad für den Anlass gratis zur Verfügung», sagt Bättig. Es sei aber natürlich beste Werbung für ihre Anlage, so der Badmeister scherzhaft. Schliesslich kämen Eltern mit ihren Kindern aus dem ganzen Limmattal, «die kommen dann vielleicht auch einmal, wenn gerade kein Schwimmwettkampf stattfindet», meint Bättig und eilt an die Kaffeemaschine zurück.

Fürs Podest sollte es reichen

Der Wettkampf ist mittlerweile schon recht weit fortgeschritten. Aus Platzgründen ist jeweils nur ein Jahrgang im Hallenbad. Die Kinder starten, getrennt nach Buben und Mädchen und je nach Alter über 25 oder 50 Meter Distanz. Im Anschluss wird ausgewertet und gleich eine Rangverkündigung abgehalten. Dann kommt der nächste Jahrgang an die Reihe. Der neunjährige Mihail, Sieger des Vorjahres in seiner Alterskategorie, zieht nach dem Wettkampf ein durchzogenes Fazit: «Ich habe auf den letzten Metern etwas Kraft verloren, das hat mich einige Sekunden gekostet. Ich hoffe es reicht trotzdem aufs Podest», sagt der Neunjährige in der Manier eines Profisportlers. Weniger gut ist es dem achtjährigen Beni gelaufen. «Ich habe nur gesehen, dass ich als einer der letzten meiner Gruppe ins Ziel kam», sagt der Primarschüler aus Weiningen. «Mal sehen, wie ich mich in der Endwertung schlage. Dabei sein ist alles.»