Auf rund 80 Metern soll sich die geplante Lärmschutzwand entlang der Schlieremer Kesslerstrasse erstrecken. Die Bewohner des Gebiets zwischen Kleinzelgli- und Langackerstrasse werden so vom Verkehrslärm geschützt.


Diese Woche startete die Planauflage des Bauprojekts, wie von der Stadt Schlieren zu vernehmen war. Bereits vor rund anderthalb Jahren lag das Vorprojekt im Mitwirkungsverfahren öffentlich auf. «Das jetzt aufliegende Bauprojekt weist gegenüber dem Vorprojekt keine grossen Änderungen auf», sagt Thomas Maag von der kantonalen Baudirektion auf Anfrage.


Neu bekannt wurde, dass beim Bau dieser Lärmschutzwand eine Art Enteignung vollzogen wird. Es sei nur ein Grundeigentümer betroffen, wie Maag sagt. «Dabei werden wir das Land aber nicht erwerben, sondern nur eine Dienstbarkeit zugunsten des Kantons errichten.» Wie viel der Kanton dem Grundstückbesitzer zahlen muss, stehe noch nicht fest, da Entschädigungsbegehren erst nach der Auflage des Bauprojekts ins Spiel kommen würden, so Maag. «Können sich Kanton und Eigentümer nicht über den Landpreis einigen, so kommt es zu einem Schätzungsverfahren», so Maag.

Eine kantonale Schätzungskommission setze dabei die Entschädigung für das Land fest. Der Entscheid dieser Kommission könne danach angefochten und bis vor Bundesgericht weitergezogen werden. «In den meisten Fällen kommt es aber nicht zu diesem Enteignungsprozess, da der Kanton immer marktübliche Preise bezahlt», sagt Maag.

So habe das zuständige Immobilienamt im vergangenen Jahr 270 Verträge abgeschlossen, bei denen dem Kanton das Enteignungsrecht zugestanden sei. «Nur in drei Fällen musste ein Schätzungsverfahren durchgeführt werden. In den vergangenen Jahren lagen diese Zahlen in einem ähnlichen Bereich», so Maag. Legen die Direktbetroffenen innerhalb der 30-tägigen Planauflage Einsprache ein, entscheidet das Tiefbauamt bei der Festsetzung, ob diese ins Projekt einfliessen.


Eines der letzten Projekte
Verläuft alles nach den Plänen des Kantons, soll im Sommer mit dem Bau begonnen werden, sodass die Lärmschutzwand Ende 2019 fertig ist. Mit der Wand können neun Wohneinheiten und damit rund 30 Personen von übermässigem Lärm geschützt werden.


Bis 2022 entrichtet der Bund Beiträge an den Kosten von Projekten zur Lärmsanierung. Die Wand in Schlieren gehört zu einem der letzten Projekte an einer Zürcher Staatsstrasse, da die meisten Schutzmassnahmen bereits umgesetzt worden sind.


Lärmschutzwände wollten die Verantwortlichen der Stadt eigentlich vermeiden, da sie bezüglich der Stadtentwicklung ein trennendes Element darstellen. Etwa im Stadtentwicklungskonzept, das die Grundlage für den kommunalen Richtplan bildet, kommen solche Lärmschutzwände nicht gut weg: beispielsweise jene an der Bernerstrasse unweit der Engstringerkreuzung. Diese erschwert den langfristigen Plan der Stadt, die Bernstrasse in einen Stadtboulevard umzuwandeln.