Dietikon
Keinen Grund für Ausnahmebewilligung: Überlandstrasse wird nicht tiefergelegt

2011 wurde in einem Postulat gefordert, dass die Überlandstrasse in Dietikon tiefergelegt werden sollte, um den Stadtteil Niderfeld nicht vom Dietiker Zentrum zu trennen. Nun sieht der Kanton Zürich keinen Grund für eine Ausnahmebewilligung.

Alex Rudolf
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Die Bunkerkreuzung soll nach Erstellung der Limmattalbahn einen neuen Übergang erhalten.MKE

Die Bunkerkreuzung soll nach Erstellung der Limmattalbahn einen neuen Übergang erhalten.MKE

Eine gewisse verkehrstechnische Trennung zwischen dem Dietiker Zentrum und dem neu entstehenden Stadtteil Niderfeld ist gemäss Stadtrat nicht zu vermeiden. Dies geht aus seiner Antwort auf die Interpellation des grünen Gemeinderats Samuel Spahn hervor.

Darin erkundigte er sich bei der Exekutive nach den Plänen, die der Kanton Zürich in Bezug auf den Strassenbau zwischen der Bunkerkreuzung und dem Kreisel nach der Limmatbrücke verfolgt.

Dem Vorstoss vorangegangen war ein Postulat Spahns aus dem Jahr 2011. In diesem forderte er die Tieferlegung der Überlandstrasse, um den neu entstehenden Stadtteil Niderfeld nicht vom Dietiker Zentrum zu trennen. Wegen der Grundwasserströme im Bereich der Überlandstrasse lehnte das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) diesen von allen Parteien unterstützten Vorschlag ab. Spahn weist nun in seiner Interpellation darauf hin, dass die Bunkerkreuzung und die Überlandstrasse im Zusammenhang mit der Limmattalbahn «massiv» ausgebaut werden, da das Dietiker Stadtzentrum nach dem Bau der Stadtbahn vom motorisierten Individualverkehr entlastet werden soll. Er wollte nun wissen, welche genauen Pläne der Kanton bei diesen Projekten verfolgt. So soll die Überlandstrasse zwischen Knoten Heimstrasse bis Limmatbrücke in beide Richtungen je zwei Fahrspuren erhalten, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort. Zudem sollen die Knoten Weininger-, Güter und Grabacker-/Bleicherstrasse angepasst werden. Der geplante Ausbau des Bunkerknotens beinhaltet eine Tieferlegung der Fahrbahn, sodass eine konfliktfreie Kreuzung mit der Limmattalbahn gewährleistet ist, heisst es weiter.

Zur Zentrumsentlastung nötig

Der Stadtrat verweist darauf, dass der Ausbau der Überlandstrasse und der erwähnten Knoten sowie derjenige des Bunkerknotens zur Entlastung des Stadtzentrums unumgänglich sei. Nach diesen Anpassungen gebe es diverse Übergänge für den Langsamverkehr. «Eine gewisse Trennwirkung ist jedoch nicht zu vermeiden», schreibt die Exekutive. Die beiden bestehenden Verbindungen – eine Rampe zwischen Oetwiler- und Viaduktstrasse sowie ein Übergang Bleicher-/Grabackerstrasse – sollen durch einen neuen Übergang beim Bunkerknoten, der zur Stadtbahn-Haltestelle Meienweg führen soll, und einen neuen Fussgängerstreifen im Bereich der tiefergelegten Güterstrasse ergänzt werden. Der Stadtrat ergänzt, dass es wichtig sei, die Strassenraumgestaltung und das Geschwindigkeitsregime an die innerstädtischen Verhältnisse anzupassen.

Es bleibt bei Awel-Absage

Dass eine Tieferlegung der Überlandstrasse nicht möglich sei, daran zweifelt Spahn offensichtlich. Denn er fragt beim Stadtrat nach, warum unter dem Rangierbahnhof eine rund 500 Meter lange Unterführung gebaut werden konnte, obwohl dort die Grundwasserströme gross seien. Im fraglichen Gebiet sei sie lediglich mittel. Der besagte Tunnel sei in den 1970er-Jahren gebaut worden, so der Stadtrat. Damals habe es noch kein eidgenössisches Gewässerschutzgesetz gegeben. Laut der aktuellen Grundwasserkarte des Kantons würde eine Tieferlegung der Überlandstrasse einen «schwerwiegenden Eingriff in das unterirdische Gewässer bedeuten.» Aus diesem Grund und weil für eine Tieferlegung keine zwingenden Gründe bestehen, erteilte das Awel diesem Vorhaben eine Absage.