Schlieren

Keine Zeit zum Waschen? Ein Mausklick und die Wäsche ist erledigt

Mikel Lazri und Stefan Steuble

Mikel Lazri und Stefan Steuble

Mikel Lazri und Stefan Steuble betreiben den Reinigungsservice Drycleaner. Damit bieten sie für Vielbeschäftigten wie auch für Wäschemuffel eine Dienstleistung, die den Nerv der Zeit trifft.

Wer täglich Hemd und Anzug trägt, muss die passende Arbeitskleidung entweder in mehrfacher Ausführung besitzen oder genug früh Feierabend machen, um alles noch vor Ladenschluss in der Reinigung zum Waschen abzugeben. Da für Geschäftsleute oftmals beides nicht infrage kommt, kamen Mikel Lazri und Stefan Steuble aus Schlieren auf die Idee, den Reinigungsservice «Drycleaner» zu gründen.

Über eine simple Onlineplattform kann der Kunde innert wenigen Minuten bestimmen, wo seine Wäsche abgeholt, hingebracht und zurückgebracht werden soll. Bezahlt wird ebenfalls gleich im Netz.

Wie man ein Unternehmen gründet und was es dafür alles braucht, wussten die beiden gelernten Informatiker zu Beginn des Projektstarts nicht genau. Von der Textilreinigungsbranche hatten sie ebenfalls keine Ahnung. Deshalb fuhren sie ihre Touren die ersten sechs Monate lang selbst. «Für uns war es eine gute Erfahrung, einmal zu sehen, wie es ist, wenn man vor der Tür steht und niemand aufmacht», so Lazri. Auf Dauer wäre es aber nicht gegangen, immer selbst ins Auto zu steigen.

Ins Ausland expandieren

Von der Idee des Wäscheservices jedoch waren beide weiterhin überzeugt. Jetzt – ein Jahr nach der Lancierung – möchten die Schlieremer ihr Projekt sogar ausweiten und vielleicht bald ins Ausland expandieren. Noch arbeiten sie aber beide Vollzeit: Lazri in der Gastronomie und Steuble als IT-Unternehmensberater. Nach und nach wollen nun beide ihre Stellenprozente reduzieren und sich voll auf ihre Firma fokussieren.

Mit ihrer Idee, sagen die 28-Jährigen, hätten sie den Nerv der Zeit getroffen. «Viele Menschen haben keine Zeit, zu waschen, oder sind selbst zu faul dafür», sagt Steuble. Da sei es praktisch, seine Hemden einfach im Büro lassen zu können, um sie am nächsten Morgen dort wieder sauber vorzufinden. Auch für Grosswäschereien sei die Idee von «Drycleaner» attraktiv. Denn noch würden die meisten Aufträge telefonisch entgegengenommen, anstatt online abgewickelt zu werden.

Die Idee, über das Internet Aufträge zu erhalten, sei bei vielen Inhabern von Reinigungsunternehmen sofort gut angekommen. Lazri erinnert sich an die erste Wäscherei in Zürich, der sie ihr Unternehmen präsentierten. «Wir schnappten unseren Laptop, fuhren in eine Wäscherei und baten um einen spontanen Termin beim Chef des Unternehmens.»

Die beiden Männer können sich das Lachen nicht verkneifen, als sie sich an diesen Tag erinnern. Tatsächlich sei der Inhaber bereit gewesen, sich die Idee anzuhören. «Er war begeistert und sagte uns zu, ohne unsere Namen zu kennen», so Steuble.

Von da an waren Lazri und Steuble nicht mehr zu bremsen. «Wir waren so motiviert, noch mehr Wäschereien für uns zu gewinnen.» Mittlerweile bedient das Unternehmen Firmen wie zum Beispiel Sony oder die UBS. Es gebe auch Hausfrauen, die ihre Socken und Unterwäsche abgeben, so Steuble. Grundsätzlich konzentrierten sie sich aber auf die Geschäftswelt.

Die beiden Unternehmer nutzen den Waschdienst selbst regelmässig. Zwar koste die Dienstleistung mehr pro Hemd, als wenn man die Kleidung selbst in die Reinigung bringt. Allerdings erspare man sich die Anfahrtskosten und Zeit. «Ich wünschte, es gäbe noch mehr Leute wie mich, die keine Zeit zum Waschen haben », sagt Lazri.

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