Spital Limmattal
Keine weiteren Austritte aus dem Spitalverband

Nachdem Regensdorf aus dem Spitalverband ausgetreten ist, wird befürchtet, dass andere Gemeinden folgen. Dem ist jedoch nicht so: Die anderen Gemeinden aus dem Furttal wollen im Verband bleiben.

Bettina hamilton-Irvine
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Der Verband des Spitals Limmattal verliert keine weiteren Gemeinden.

Der Verband des Spitals Limmattal verliert keine weiteren Gemeinden.

Limmattaler Zeitung

Wenn Regensdorf austritt, treten auch die anderen Furttaler Gemeinden aus. Diese Befürchtung wurde öfters geäussert, nachdem im Juli dieses Jahres bekannt wurde, dass der Regensdorfer Gemeinderat den Austritt aus dem Zweckverband des Spitals Limmattal befürwortet.

Wie sich am Montagabend zeigte, war der Gemeinderat mit seiner Position nicht allein: Die Regensdorfer Gemeindeversammlung beschloss den Austritt mit grosser Mehrheit (az Limmattaler Zeitung von gestern). Möglich wird dies im Rahmen des neuen Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetzes, welches 2012 in Kraft tritt. Nach Ablauf der dreijährigen Kündigungsfrist wird Regensdorf dem Spitalverband per Ende 2014 den Rücken kehren.

«Verfrüht und überstürzt»

Doch für die anderen sechs Furttaler Gemeinden ist dieser Entscheid noch lange kein Grund, es Regensdorf gleichzutun. «Wir haben das Thema besprochen und sind der Meinung, ein Austritt wäre verfrüht und überstürzt», sagt Markus Imhof, Gemeindepräsident von Hüttikon. Man wolle zuerst sehen, wie sich die neue Spitalfinanzierung auswirke. Ähnlich tönt es in Dänikon: «Wir wollen zuerst einmal abwarten», sagt Gemeindepräsident Daniel Zumbach. Zurzeit seien noch zu viele Parameter unklar, hält er fest. Das Thema würde frühestens an der Gemeindeversammlung im Sommer 2012 zur Sprache kommen.

Auch in Boppelsen ist man noch nicht so weit, wie Gesundheitsvorstand Cornelis van Rijn sagt. «Der Gemeinderat hat das Thema im August besprochen und befunden, dass uns die Entscheidungsgrundlagen zurzeit fehlen.» Daran ändere auch der Regensdorfer Entscheid im Moment nichts, so van Rijn. Es sei jedoch möglich, dass man das Geschäft an einer der kommenden Gemeindeversammlungen traktandieren werde.

Klar gegen einen baldigen Austritt entschieden hat sich auch der Gemeinderat Otelfingen. «Wir sind einstimmig zum Schluss gekommen, dass es zu früh ist, aus dem Spitalverband auszusteigen», sagt Gesundheitsvorstand Markus Bopp. Momentan gebe es «keinen Grund» für einen Austritt. «Wir warten noch ein bis zwei Jahre ab und beobachten die Entwicklungen», gibt der Gesundheitsvorstand bekannt.

Kein Thema in Aesch

Noch keinen Entschluss gefasst haben die Gemeinderäte in Buchs und Dällikon. «Der Gemeinderat wird am Dienstag über seine Haltung entscheiden», sagt René Bitterli, Gemeindepräsident von Dällikon. Er betont, das Ganze sei «absolut ein Thema». Das ist es auch in Buchs, wie Gemeindeschreiber Sinisa Kostic sagt: «Wir werden voraussichtlich Mitte Oktober darüber befinden.» Das Geschäft könnte frühestens an der Gemeindeversammlung Mitte Dezember zur Sprache kommen.

Noch gar kein Thema ist ein möglicher Rückzug aus dem Spitalverband Limmattal in Aesch – obwohl die Gemeinde im Jahr 2008 teilweise dem Spitalverband Zürich zugeteilt worden ist. «Ich sehe hier kurzfristig keinen Handlungsbedarf», sagt Gemeindepräsident Johann Jahn. Dass Regensdorf bereits jetzt den Austritt beschlossen habe, scheine ihm voreilig. Doch sei für Aesch die Situation sowieso eine andere: Die Gemeinde habe von Anfang an zum Spital Limmattal gehört und die Verbindung sei stark.

«Nicht die feine Art»

Auch in Birmensdorf, das vom Kanton wie Aesch teilweise dem Spitalverband Zürich zugeteilt wurde, sorgt der Entscheid der Gemeinde Regensdorf für Verwunderung. «Ich bin ehrlich gesagt etwas erstaunt darüber, wie Regensdorf hier vorprescht», sagt Gesundheitsvorstand Hansrudolf Keller. In Birmensdorf selber habe man das Thema auch schon diskutiert, doch für noch nicht reif befunden. «Es wäre nicht die feine Art, jetzt auszutreten», sagt Keller. Zu viel sei noch «in der Schwebe».

Auch Regensdorf wurde im Jahr 2008 teilweise dem Spitalverband Zürich zugeteilt. Wie Max Walter, Gemeindepräsident von Regensdorf, sagt, brauche man dort jedoch nicht auszutreten, da Regensdorf nur eine Anschlussgemeinde und kein Mitglied im Zweckverband sei.