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Keine Verwechslungen mehr: «Limmi» führt Patienten-Armband ein

Ab April wird das bei Operationen bereits eingesetzte Identifikationssystem flächendeckend eingesetzt: Alle stationären und ein Teil der ambulanten Patienten tragen während ihres gesamten Spitalaufenthalts ein Identifikationsarmband.

Bettina Hamilton-Irvine
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So sehen die neuen Patienten-Armbänder im Spital Limmattal aus.

So sehen die neuen Patienten-Armbänder im Spital Limmattal aus.

Limmattaler Zeitung

Meldungen über Patientenverwechslungen an Spitälern erschrecken. Der Gedanke, die Medikamente des Zimmernachbars verabreicht zu bekommen oder sogar einer falschen Operation unterzogen zu werden, löst Unbehagen aus.

In der Chirurgie bereits eingesetzt

Damit möglichst keine Verwechslungen geschehen, führt das Spital Limmattal ab April ein Patienten-Identifikationsarmband ein. Damit soll die Qualität verbessert und die Patientensicherheit erhöht werden. Ganz neu sind die Armbänder aber nicht: Bereits seit 2009 werden sie bei Patienten eingesetzt, die operiert werden.

Im Bereich Chirurgie oder auch in der Notfallaufnahme habe sich das Identifikationsarmband sehr bewährt, sagt Pflegedirektorin Susanne Vanini auf Anfrage. «Indem wir es nun flächendeckend einsetzen, erhalten wir ein einheitliches System für das ganze Spital. So können wir die Qualität nochmals steigern.»

Tragen werden das Identifikationsarmband alle stationären Patienten während ihres gesamten Spitalaufenthalts. Im ambulanten Bereich mache es aber nicht überall Sinn, sagt Vanini: «Wer zum Beispiel in die Physiotherapie oder in eine ambulante Sprechstunde bei einem Facharzt kommt, braucht kein Armband zu tragen.» In den meisten anderen Bereichen könne es aber durchaus zur Patientensicherheit beitragen. Dabei gehe es etwa darum, Medikamentenverwechslungen zu verhindern. «Manchmal sind Patienten nicht in der Lage, selber Auskunft zu geben», so Vanini. Auch da helfe das Armband.

Wie oft kommen Verwechslungen am Spital Limmattal vor? «Medikamentenverwechslungen kommen in allen Spitälern gelegentlich vor, da muss man sich nichts vormachen», sagt Vanini. Bei operativen Eingriffen werde im «Limmi» aber schon heute ein «akribisches System» zur Kontrolle eingesetzt: Nebst den Armbändern habe man vor ein paar Jahren ein verbindliches 5-Stufen-Protokoll eingeführt, bei dem die Identität des Patienten und die Richtigkeit des Eingriffs nach einem standardisierten Vorgehen überprüft werde, erklärt die Pflegedirektorin.

Niemand wird gezwungen

Vanini rechnet damit, dass die flächendeckende Einführung des Armbands bei den Patienten des Spitals Limmattal gut aufgenommen wird. In der Chirurgie und der Notfallstation, wo man seit 2009 Erfahrung damit hat, reagieren fast alle Patienten positiv: «Es macht höchstens mal jemand einen Witz darüber, ob es nun ‹All inclusive› gebe», sagt Vanini. Wenn aber jemand das Armband wirklich nicht will, muss er es auch nicht tragen: «Wir zwingen niemanden dazu.»

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