Gubrist
Keine Verschärfung der Sicherheit im Gubristtunnel nach Horrorunfall

Trotz des tödlich verlaufenen Unfalls im Gubristtunnel werden die Sicherheitsmassnahmen nicht verändert. Dies erklärt Martin Sorg, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, auf Anfrage. Es handle sich um einen tragischen Unfall, wie er immer wieder vorkommen könne.

Jürg Krebs
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Im Gubrist-Tunnel starben in der Nacht auf gestern zwei Menschen, drei weitere wurden verletzt.

Im Gubrist-Tunnel starben in der Nacht auf gestern zwei Menschen, drei weitere wurden verletzt.

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Zudem: Die Klärung der Unfallursache ist noch am Laufen. Laut Sorg werten das Forensische Institut Zürich und der Unfallfotodienst der Kantonspolizei die Spuren aus, was einige Wochen in Anspruch nehmen kann. Auch brauche die Auswertung der Zeugenhinweise einige Tage.

In der Nacht auf gestern waren bei einem Frontalzusammenstoss zweier Autos im Gubristtunnel zwei Menschen ums Leben gekommen, drei weitere waren verletzt worden – darunter ein Kind.

Über 110000 Fahrzeuge

Für die Polizei ist bislang klar, dass ein 27-Jähriger in Begleitung eines 31-jährigen Beifahrers und eines 29-jährigen Mitfahrers bei leichtem Kolonnenverkehr Richtung Bern unterwegs war, als der Unfall passierte. Beim Zusammenstoss starb der Mitfahrer, des in Richtung Bern fahrenden Autos, der Lenker verstarb wenig später im Spital.

Normalerweise erlaubt der Gubristtunnel keinen Gegenverkehr, denn für beide Fahrtrichtungen gibt es eine separate Röhre. Während weniger Stunden in der Nacht kreuzen sich derzeit aber wegen Sanierungsarbeiten die Fahrzeuge, denn der Tunnel kann aufgrund des Verkehrsaufkommens nicht geschlossen werden.

Der Gubrist ist mit weit über 110000 Fahrzeugen pro Tag der am stärksten frequentierte Tunnel der Schweiz. Seit Jahren wird eine dritte Röhre gefordert, um die täglichen Stausituationen zu beheben. So wie die Dinge stehen, ist mit der Eröffnung der dritten Röhre aber erst nach 2020 zu rechnen.

Die Unfallzunahme sei nicht erklärbar

Die Verkehrsüberlastung führt nicht nur zu kilometerlangen Staus, sondern auch zu entsprechend vielen Unfällen. Die Kantonspolizei verzeichnete 2009 ganze 120 Unfälle mit 25 Leicht- und 10 Schwerverletzten. 2010 waren es 144 Unfälle mit 37 Leicht- und 6 Schwerverletzten.

Trotz zunehmenden Verkehrsdrucks rund um den Gubrist-Tunnel, ist die Steigerung bei den Unfallzahlen laut Sorg nicht darauf zurückzuführen. Die Unfallzunahme sei nicht erklärbar. Tödliche Unfälle habe es in den vergangenen paar Jahren keine gegeben.