Geroldswil
Keine Tempo 30-Zone an der Lenggenbachstrasse

Der Gemeinderat bekräftigt nochmals, dass er weder in einzelnen Quartieren noch flächendeckend Tempo-30-Zonen einführen will. Laut Gemeinderat sei die Strasse bereits so gebaut, dass man nicht einmal die erlaubten 50 km/h fahren könne.

Sandro Zimmerli
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Solothurner Zeitung

Der Geroldswiler Gemeinderat lehnt die Einführung einer Tempo-30-Zone und das Erstellen von Temposchwellen auf der Lenggenbachstrasse in der Fahrweid ab. Das teilt er in seiner Antwort auf eine Anfrage mit, die an der Gemeindeversammlung vom Montagabend verlesen wurde.

Die Anfrage wurde von der Besitzerin der Liegenschaften Lenggenbachstrasse 6, 10, 12 und 14 eingereicht. Sie stellte den Antrag, das Tempo auf der Strasse auf 30 zu begrenzen oder Temposchwellen zu errichten. Begründet wurde das Anliegen damit, dass überdurchschnittlich viele Eltern ihre Kinder per Auto zur Schule fahren würden und dies meist in einem Tempo, das den Gegebenheiten nicht angepasst sei. Zudem gebe es viele Automobilisten und Motorradfahrer, die durch die Strasse preschen würden. Es sei daher absehbar, dass irgendwann etwas passieren werde.

Keine Möglichkeit für Schwellen

Wie der Gemeinderat in seiner Antwort festhält, sei die Strasse bereits so gestaltet, dass nicht mit den erlaubten 50 Stundenkilometern oder schneller gefahren werden könne. Auch regelmässige Messungen würden bestätigen, dass die signalisierten Tempolimiten grösstenteils eingehalten werden. Zudem sei es aufgrund der vielen Zu- und Wegfahrten zu den Privatparkplätzen auch nicht möglich, Temposchwellen zu erstellen.

In seiner Antwort erinnert der Gemeinderat auch daran, dass er sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Thematik, für einzelne Strassenzüge oder auf dem gesamten Gemeindegebiet Tempo-30-Zonen einzuführen, auseinandergesetzt habe. «Er ist zum Schluss gekommen, weder in einzelnen Quartieren noch flächendeckend für das gesamte Gemeindegebiet tempobeschränkende Zonen einzuführen», heisst es.

Die Limmattalstrasse und die Fahrweidstrasse seien die eigentlichen Hauptverkehrsachsen und Durchgangsstrassen. Alle übrigen Strassen dienten der Fein- und der Quartiererschliessung. «Insofern besteht in Geroldswil und der Fahrweid kein weiterer Durchgangs-, Schleich- oder Ausweichverkehr, sondern nur zielgerichteter Verkehr», schreibt der Gemeinderat weiter.

Erfahrungen aus anderen Gemeinden, die Tempo 30 eingeführt haben, seien nicht nur positiv. Insbesondere entstünden Schwierigkeiten bei der Überwachung und Durchsetzung der Verkehrsanordnung. «Für eine wirkungsvolle Tempo-30-Zone sind zudem massive bauliche und gestalterische Massnahmen zu treffen, damit die Geschwindigkeit tatsächlich reduziert werden kann», so der Gemeinderat. Diese führten aber zu Konflikten oder zu verminderter Wohnqualität.

Weiter hält der Gemeinderat fest, dass die Spezialisten der Kantonspolizei der Meinung seien, dass Tempo-30-Zonen weder die Verkehrssicherheit erhöhten noch den Verkehrslärm reduzierten. Vielmehr wähnten sich die Kinder auf beruhigten Strassen in falscher Sicherheit.