In den Wintermonaten steht seit diesem Jahr die Turnhalle des Schulhauses Zelgli in Schlieren jeweils am Sonntag offen und bietet den Ort für allerlei sportliche Aktivitäten. Das Pilotprojekt «Open Sunday» lockt seit Januar zahlreiche Kinder im Primarschulalter an, die sich auch an diesem Ferienwochenende auszutoben wussten.

Bewegung ist Programm: Dies liess auch gestern so manches Kinderherz höherschlagen. Spiel und Spass stehen im Vordergrund bei den diversen Angeboten mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch die Coaches, die die Kinder durch den Nachmittag führen. In den Stunden von 13.30 bis 16.30 Uhr ist neben ausreichend Bewegung auch für eine gesunde Zwischenmahlzeit in der Pause gesorgt. Unter der Leitung von Simon Peter sind trotz Ferien und schönem Wetter rund dreissig Kinder vor Ort, die sich bereits beim Eintreten entgegenrufen. «Ich komme jeden Sonntag hierher und treffe immer meine Freundinnen», sagt die neunjährige Alyssa, bevor sie wieder mit dem blauen Bändel um die Schulter vor den fliegenden Bällen flüchtet.

Entscheidung fällt im April

Das Angebot ist kostenlos und soll ohne Anmeldung allen Kindern zur Verfügung stehen. Dies ist eines der Anliegen der Initianten, die in Koordination mit der Stiftung Idéesport sowie Pro Juventute solche Nachmittage verwirklichen. Es entstand aus dem vom Parlament im Januar 2016 abgebrochenen «Projet Urbain». Dies hinderte die Organisatoren jedoch nicht daran, das laufende Pilotprojekt weiterzuführen. Im April 2016 wird evaluiert. «Dann werden wir entscheiden, ob diese Form der ‹Open Sundays› in Schlieren verankert und künftig jedes Jahr angeboten werden soll», sagt Marina Summerauer, die zuständige Projektkoordinatorin.

Die Stiftung Idéesport hat das Projekt «Open Sunday» ins Leben gerufen, und es wird bereits in vierzig Gemeinden jeweils in der kalten Jahreszeit durchgeführt. Ebenfalls in der Turnhalle steht an diesem Sonntag Idéesport-Geschäftsführerin Luana Almonte, die von den positiven Effekten und der integrationsfördernden Wirkung solcher Veranstaltungen zu berichten weiss. «Das Bedürfnis nach Freiräumen und der Drang nach Bewegung ist bei allen Kindern gleich, ob im Tessin oder in der Deutschschweiz.»

Wichtig für ein solches Projekt sei der einfache Zugang. «Das Angebot muss regelmässig stattfinden, kostenlos sein und – ganz wichtig – in der gewohnten Lebenswelt verortet sein», sagt Almonte. «Damit die Kinder sich die Sportklamotten schnappen und sich auch alleine auf den schon bekannten Weg machen können.» Wie die Zahl von rund sechzig Kindern zeigt, die wöchentlich das Angebot nutzen, stösst das Projekt auch in Schlieren auf grossen Anklang.