Schlieren
Keine Garantie auf Erfolg: «Zukunftsgerichtete Limmattalbahn 2.0»

Es sei nicht zwingend, dass über zwei Motionen mit sehr ähnlichem Wortlaut gleich entschieden werde, sagt der Bezirksratspräsident.

Bettina Hamilton-Irvine
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Es ist bereits das zweite Mal, dass Thomas Grädel versucht, mit einer Motion zum Thema Limmattalbahn den Schlieremer Stadtrat zum Handeln zu bewegen (siehe auch Ausgabe vom 2.Mai). Während der Bezirksrat jedoch seine erste Motion für ungültig erklärte, ist der SVP-Gemeinderat nun zuversichtlich, dass der zweite Anlauf ihn ans Ziel bringen wird.

Denn Grädel hat sich dafür einen ungewöhnlichen Trick ausgedacht: Er hat die Dietiker Motion «Zukunftsgerichtete Limmattalbahn» praktisch wortwörtlich abgeschrieben. Und da diese vom Bezirksrat nach einer längeren Auseinandersetzung zwischen Gemeinderat und Stadtrat als zulässig erklärt wurde, rechnet sich Grädel nun beste Chancen aus, dass es seiner Motion gleich ergehen wird. Schliesslich habe der Bezirksrat das Thema bereits geprüft, sagt Grädel: «Es gibt keinen Grund, wieso ich jetzt nochmals etwas Neues erfinden soll.»

Bahn soll unter den Boden

Analog zum Dietiker Fall will Grädel den Schlieremer Stadtrat verpflichten, sich nochmals mit der Linienführung der Limmattalbahn zu befassen. Dabei soll er vor allem eine unterirdische Linienführung in Betracht ziehen, wie es im Motionstext heisst.

Dies ist Grädels Hauptanliegen: Die Bahn müsse im dicht besiedelten Gebiet unter den Boden – wegen der Wohnqualität, aus Sicherheits- und Platzgründen. Der Stadtrat habe wiederholt versprochen, sich für mehr Untertunnelung einzusetzen, sagt der Gemeinderat, der auch Präsident des Vereins «Limmattalbahn – so nicht!» ist. Geschehen sei aber nichts: «Wir fühlen uns nicht ernst genommen.» Die Motion soll dem Anliegen nun mehr Gewicht verleihen.

Adrian Leimgrübler, Bezirksratspräsident und Statthalte

Adrian Leimgrübler, Bezirksratspräsident und Statthalte

Chris Iseli

Ob die Rechnung wirklich aufgehen wird, ist aber noch nicht garantiert. «Grundsätzlich muss jeder Fall einzeln betrachtet werden», sagt Bezirksratspräsident Adrian Leimgrübler. Denn obwohl die Motionen sehr ähnlich seien, gäbe es doch einen wesentlichen Unterschied: Während in Dietikon vorgeschlagen wird, eine unterirdische Führung des motorisierten Individualverkehrs oder der Bahn zu untersuchen, geht es in Schlieren nur um die Bahn.

Zudem habe der Bezirksrat im Entscheid zum Dietiker Fall deutlich festgehalten, dass zwar die Erschliessung der gemeindeeigenen Strassen, nicht aber die Festlegung der Linienführung der Bahn in die Zuständigkeit des Stadtrats falle, sagt Leimgrübler. Trotzdem zugelassen habe man die Motion wegen der Begleitumstände – in der Vernehmlassung sei klar geworden, dass es dem Dietiker Gemeinderat vor allem darum gehe, die betroffene Bevölkerung zu involvieren, um letztlich ein stimmiges Gesamtverkehrskonzept zu erreichen.

Es kommt auf Vernehmlassung an

Ob auch eine allfällige Vernehmlassung in Schlieren das gleiche Resultat bringen würde, sei nicht vorauszusagen, so Leimgrübler. «Es ist daher nicht unbedingt klar, dass der Entscheid gleich ausfallen wird.»