Schlieren
Keine Einsprache gegen Projekt LimmiViva – 2018 soll neues Spital stehen

Dem Neubau des Spitals Limmattal steht nichts mehr in Wege. Die Baubewilligung liegt vor und die eigentliche Bauphase kann gestartet werden.

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Visualisierung «LimmiViva»: Park aussen

Visualisierung «LimmiViva»: Park aussen

spital-limmattal.ch

Für das Spital Limmattal läuft zurzeit alles wie am Schnürchen: Termingerecht hat die Standortgemeinde Schlieren die Baubewilligung für das Neubauprojekt «LimmiViva» erteilt, nun geht es unverzüglich an die verbleibenden Abbrucharbeiten. Kein Wunder also, teilte das Spital gestern freudig mit, dass mit der städtischen Bewilligung «ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht ist, der den Weg für den Neubau endgültig freimacht».

Besonders erfreulich für das Spital: Gegen das Bauvorhaben ging keine einzige Einsprache ein. Überraschend ist das an sich nicht. Denn schon das überwältigende Ja des Limmattaler Stimmvolks zum 270-Millionen-Projekt im Jahr 2013 zeigte: Das Limmattal steht hinter seinem neuen Spital. Auch den Spitalpräsidenten Markus Bärtschiger erstaunt es nicht, dass aus der Bevölkerung kein Widerstand kam. Deren Puls konnte er bereits an diversen Informationsveranstaltungen fühlen.

Und stellte fest: Die einzigen Befürchtungen, die Anwohner dabei geäussert hatten, waren auf den zu erwartenden Baulärm bezogen. «Und es ist schliesslich in unserem eigenen Interesse, diesen so tief wie möglich zu halten. Wir wollen neben der Baustelle ja auch noch den Spitalbetrieb möglichst ungestört weiterführen können.»
Wenn, dann hätte er noch unvorhergesehene technische Beanstandungen, etwa durch den Kanton oder den Bund, erwartet. «Es kann immer passieren, dass bei der Planung etwas untergeht.» Nun ist er froh, dass dies nicht der Fall ist. «Mit der Baubewilligung kommt der Stein definitiv ins Rollen.»

«Schlag auf Schlag»

Nun können die Bagger also auffahren – was sie auch unverzüglich tun werden. «Nun geht es Schlag auf Schlag», sagt Spitalarchitekt Nils Eichbaum auf Anfrage. In den nächsten Tagen schon beginnt der Abbruch der ehemaligen Schwesternschule Theodosianum, auf deren Grund der Neubau zu stehen kommt. Bereits Mitte März ist der Aushub im südwestlichen Teil des Baufelds an der Reihe. Für die beiden Untergeschosse des Neubaus müssen insgesamt rund 100 000 Kubikmeter Erde ausgehoben werden. Ist der Aushub erfolgt, werden Erdsonden installiert. Mit ihnen will das Spital grüner werden: Sie erlauben künftig eine CO2-neutrale Energiegewinnung.

In die Höhe wächst das neue Spital dann ab Mai. Dann soll auf die Grundsteinlegung das Betonieren der Bodenplatte folgen. Bis Mitte 2016 soll der Rohbau stehen, damit der Totalunternehmer Losinger Marazzi nach Plan mit dem Innenausbau beginnen kann. Am Bezugstermin – Ende 2018 – halten die Verantwortlichen weiterhin fest. «Natürlich kann bei einem derart grossen Bauvorhaben immer noch etwas schiefgehen», sagt Bärtschiger. Bisher sei man aber gut im Zeitplan und entsprechend zuversichtlich, dass der Bezugstermin eingehalten werden kann. Auch Eichbaum ist zuversichtlich: «Es gibt zurzeit keinerlei Hinweise auf eine Verzögerung.»

Vorbereitung seit 2011 im Gang

Dass nach dem «offiziellen Go», wie Spitalarchitekt Eichbaum die Baubewilligung nennt, sofort mit den Arbeiten begonnen werden kann, ist vor allem guter Vorbereitung geschuldet. Seit 2011 arbeiten das Spital und Losinger Marazzi daran. In den vergangenen Monaten wurden etwa bereits die Gebäudekomplexe geräumt, die dem Neubau weichen müssen, darunter die Heizzentrale, die Wäscherei und verschiedene Büros. Sie haben mittlerweile ein neues, provisorisches Zuhause erhalten. Zudem wurden Leitungen und Verrohrungen an Färberhüsli- und Urdorferstrasse sowie auf dem Spitalgelände vorsorglich verlegt. Und auch die Rodungsarbeiten auf dem zu bebauenden Gelände sind bereits in vollem Gange.

Demnächst wird auch die Spitalkapelle abgebrochen; der letzte Gottesdienst im Originalbau fand bereits im vergangenen August statt. Zuerst werden dabei die Elemente gesichert, die beim originalgetreuen Wiederaufbau der Kapelle im Nordwesten des Spitalgeländes zur Verwendung kommen werden. Der Kapellenneubau erfolgt jedoch erst, wenn das neue Hauptgebäude steht. Bis voraussichtlich 2019 steht Patienten und Besuchern dafür im alten Spital ein Raum der Stille zur Verfügung.

Wer den Bauprozess übrigens selbst verfolgen will, bekommt dafür Gelegenheit. Neugierige können durch Sichtfenster im Bauzaun einen Blick auf das wachsende «LimmiViva» werfen.