Ja, sie sei ein bisschen enttäuscht, sagt Ra Elle. Der Popsong «Out Tonight» scheint den Votern des Eurovision Song Contest zu wenig Ohrwurm gewesen zu sein, um dem Lied genug Stimmen zu geben. Allerdings sei die Konkurrenz bei 230 Mitstreitern auch gross, meint Ra Elle. «Da war ich schon realistisch», sagt die 22-jährige Sängerin.

Ra Elle ist eine der drei Kandidaten aus Dietikon, die sich für den Eurovision Song Contest beworben haben. Ausser ihr versuchten es noch die Band Sand or Rose und die Sängerin Bernarda Brunovic – und schafften es ebenfalls nicht. Der nächste Schritt wäre der Auftritt im Schweizer Fernsehen am 10.Dezember gewesen. Dort fällt die endgültige Entscheidung, wer nach Haiku in Aserbaidschan an den Eurovision Song Contest 2012 darf.

Auch Bernarda Brunovic klingt traurig: «Ich finde es sehr schade, ich hätte mich sehr gefreut, im Schweizer Fernsehen zu singen. Wir wollten die ganze Band auf die Bühne bringen», sagt sie.

Allerdings scheint es für Brunovic kein markanter Einschnitt in die musikalische Karriere zu sein. Trotz der nun entfallenen Performance im Schweizer Fernsehen ist Brunovics Kalender im Dezember voll mit Proben und Konzertterminen. Ein besonderes Highlight: die Aidsgala «tribute2life» im «Dolder Grand» am 3.Dezember. Brunovic darf dort das Publikum mit ihrem Gesang erfreuen.

Am 10.Dezember vor dem TV

Unbekümmerter als die zwei Damen gibt sich der Gitarrist der Band Sand or Rose, Gianluca Tührler: «Wir haben, ehrlich gesagt, sowieso nicht damit gerechnet. Es wäre schön gewesen, aber wir sind jetzt nicht besonders enttäuscht», meint der Dietiker. Sollte die Band aber nächstes Jahr wiederum einen guten Song auf Lager haben, hält es Thürler nicht für ausgeschlossen, dass sich Sand or Rose wiederum für den Eurovision Song Contest bewerben.

Ra Elle sowie Gianluca Thürler werden sich am 10.Dezember wahrscheinlich vor den Fernseher setzen, um die nationale Entscheidungsrunde im Schweizer Fernsehen mitzuerleben. Während Ra Elle Guillermo Sorya mit dem Song «Baby Baby Baby» die Daumen drückt, kann sich Gianluca Thürler einen Sieg von Fabienne Louves gut vorstellen. Bernarda Brunovic wird wahrscheinlich keine Zeit haben, die Fernbedienung in die Hand zu nehmen: «Ich bin zu dieser Zeit in Wien und probe dort für ein Weihnachtskonzert», sagt sie.