Dietikon
Keine Alleingänge mehr: Hund Zico muss auf Hof angeleint werden

Zico, der Hund vom Biohof Fondli hat in der Vergangenheit immer wieder Ausflüge alleine unternommen. Das zog Bussen nach sich, jetzt muss er auf dem Hof angeleint werden. Was Dauergebell vom traurigen Hund zur Folge hat.

Sarah Fuhrer
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Anita Lê Spahn mit Hund Zico auf dem Biohof Fondli.

Anita Lê Spahn mit Hund Zico auf dem Biohof Fondli.

Sarah Fuhrer

Susanne Fongué ist empört: «Niemand versteht, dass Zico jetzt angekettet sein muss.» Fongué ist regelmässige Besucherin im Laden des Biohofs im Fondli und kennt den eigentlich sanftmütigen Hofhund schon lange. Doch seit Zico angeleint ist, bellt und kläfft er ständig. «Er leidet unter der Situation. Alle kennen ihn sonst als friedlichen und gemütlichen Hund», so Fongué.

Früher ist Zico auf dem Hof frei herumspaziert. Seit einigen Monaten muss er aber auch dort angeleint sein, wenn er nicht gerade beaufsichtigt wird, denn Zico hat den 20 Hektaren grossen Betrieb immer wieder verlassen und Spaziergänge bis zur Stadthalle hin unternommen. Zweimal hat ihn Polizei dabei aufgegriffen und die Hundehalter gebüsst.

Besitzer hat Verständnis

Da Zico sich nicht an die Hofgrenzen hält, muss er jetzt dafür büssen und bleibt angebunden. Das bringt Hofbesitzer Samuel Spahn in eine schwierige Situation. Denn prinzipiell hat er Verständnis für die Regelung: «Ich begreife das natürlich. Die Leute könnten Angst haben, wenn ein Hund ganz alleine unterwegs ist», so Spahn. «Aber Zico ist sich das nicht gewohnt und kläfft jetzt alles an. Das macht ihn manchmal fast unerträglich.» Der Hund sei traurig und verstehe das Ganze nicht.

Doch Gesetz ist Gesetz. Denn laut Hundegesetz ist es verboten, Hunde in frei zugänglichem Raum unbeaufsichtigt laufen zu lassen, wie Rolf Wohlgemuth, Leiter der Stadtpolizei Dietikon, erklärt. Auf dem Privatgrund dürfe der Hund sich natürlich frei bewegen. «Wenn er mehrmals alleine aufgegriffen wird und sich herausstellt, dass er das Grundstück immer wieder verlässt, kann das eine Strafanzeige zur Folge haben», so Wohlgemuth. Das komme aber selten vor – vielleicht zweimal in fünf Jahren.