Limmattal
Kein Tageslicht im Shopping-Center: Wie sieht es in regionalen Centern aus?

Für einige Mitarbeiter im Shop Ville im Zürcher Hauptbahnhof gibt es weder im Laden noch in den Pausenräumen natürliches Tageslicht. Wie sieht es in den regionalen Einkaufscentern aus?

Senada Haralcic
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Bei Umbau- und Sanierungsarbeiten wurde darauf geachtet, dass mehr natürliches Licht in die Gebäude dringt. Hier das Shoppi Tivoli in Spreitenbach.

Bei Umbau- und Sanierungsarbeiten wurde darauf geachtet, dass mehr natürliches Licht in die Gebäude dringt. Hier das Shoppi Tivoli in Spreitenbach.

Zur Verfügung gestellt

Kein Tageslicht — weder im Laden noch in den Pausenräumen. Für einige Mitarbeitende im Shop Ville im Zürcher Hauptbahnhof ist das die Realität. Nun soll die Situation mit sogenannten «Lichtpausen» verbessert werden, das fordert zumindest das Stadtzürcher Arbeitsinspektorat: In einem Schreiben wurden rund 150 Ladenbetreiber dazu aufgefordert, den Mitarbeitenden entweder Zusatzpausen im Tageslicht zu gewähren oder gleichwertige Ersatzmassnahmen zu treffen.

Lichtpausen nur eine Wegleitung

Die Aufforderung zu mehr Tageslicht oder gleichwertigen Ersatzmassnahmen stützt sich auf einer Wegleitung des Seco (Staatssekretariats für Wirtschaft) zur Verordnung zum Arbeitsgesetz. Diese Wegleitung ist bisher nicht verbindlich, obwohl dies von Gewerkschaften seit langem gefordert wird. Zu wenig Tageslicht kann im schlimmsten Fall zu Depressionen und Verhaltenstörungen führen. Der «Tagesanzeiger» berichtet, dass fast die Hälfte der Ladenbetreiber im Shop Ville die Aufforderung zu Lichtpausen bisher ignoriert. Dabei sprach das Zürcher Verwaltungsgericht im Herbst 2013 ein aufsehenerregendes Urteil gegen die Migros mit ihrer Filiale im Hauptbahnhof aus, wonach jedem Mitarbeitenden nun zwei bezahlte Lichtpausen pro Tag zustehen. (sen)

Limmattaler Einkaufszentren, wie etwa das Shoppi Tivoli in Spreitenbach oder die Lilie Shoppingpoint in Schlieren seien derzeit von dieser Problematik nicht betroffen, lassen die jeweils zuständigen Center-Manager ausrichten. Dies wurde vom kantonalen Arbeitsinspektorat bestätigt: «Bei den Umgestaltungen, die in den letzten Jahren im Shoppi Tivoli stattgefunden haben, wurde die Situation verbessert», versichert Thomas Hartmann, Leiter Industrie und Gewerbeaufsicht des Kantons Aargau. Es werde aktiv beobachtet, dass Tageslichtvorschriften eingehalten werden:

«Wenn Mitarbeitende keine Möglichkeit haben, während der Arbeitszeit oder in den Pausenräumen das Tageslicht zu sehen, dann ist das auch für uns ein Thema.» Deswegen sei bei Neubauten, Umbauten sowie bei Inspektionen der Blick ins Freie stets ein wichtiger Aspekt, so Hartmann. Im Falle von Nichteinhaltung werden Empfehlungen und Auflagen erteilt.

Keine Schreiben verschickt

Auch der Kanton Zürich schliesst sich diesem Credo an und ergänzt: «Die Aufforderung zu Lichtpausen macht auf jeden Fall Sinn. Wir haben bereits intern diskutiert, ob wir das verstärkt angehen wollen», erklärt Christian Sonderegger, Abteilungsleiter der gewerblichen Betriebe im Kanton Zürich. Die Lilie Shoppingpoint in Schlieren sei aber vom Mangel an Tageslicht ebenfalls nicht betroffen. Vielmehr handle es sich bei dieser Problematik um Läden, die sich im Untergrund befinden, oder jene mit abgeklebten Scheiben und Pausenräumen ohne Fenster. Bisher haben beide Ämter keine Schreiben verschickt, so wie es das stadtzürcherische Arbeitsinspektorat im Fall vom Shop Ville getan hat.

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