Fussball

Kein Pokalfest auf der Dornau

Raphael Meyer schoss Dietikon nicht nur in Führung, er traf auch im Penaltyschiessen.

Raphael Meyer schoss Dietikon nicht nur in Führung, er traf auch im Penaltyschiessen.

FC Dietikon unterliegt Schötz im Cup 6:7 nach Penaltyschiessen

Moreno Cincera vergrub die Hände im Gesicht, seine Teamkollegen trösteten ihn. Der Dietiker hatte im Penaltyschiessen den Ball soeben über die Latte geschossen. Er hätte treffen müssen, um die Limmattaler weiter in der Partie zu halten. So aber konnten die Gäste aus Schötz jubeln und den Einzug in die zweite Qualifikationsrunde für den Schweizer Cup feiern.

Dabei hatten die Dietiker, bei denen Neuzugang Leandro Di Gregorio eine starke Partie zeigte, im Duell der beiden Erstligisten die Vorteile auf ihrer Seite gehabt. Schon den ersten Schuss von Schötz-Captain Joel Stephan hatte Dietikons Goalie Alpay Inaner pariert. Danach trafen beide Teams jeweils dreimal, bis der Dietiker Miguel Ferreira den Ball an die Latte drosch.

Alles war also wieder ausgeglichen, und das blieb bis zum siebten Schützen so. Dann hielt Inaner erneut, diesmal gegen Samuel Huber. Kurz darauf hätte Luka Simic für Dietikon alles klarmachen können, doch er scheiterte an Schötz-Goalie Dominic Stadelmann. Als für Schötz dann Nahuel Allou traf, lag der Druck auf Cincera – und diesem fehlte in dem Moment die Präzision.

«Wir hatten einige gute Torchancen»

«Schade, weil wir in der zweiten Halbzeit eine gute Leistung gezeigt hatten», sagte Dietikon-Trainer João Paiva, der weniger mit den verschossenen Penaltys haderte als vielmehr mit den verpassten Möglichkeiten in der regulären Spielzeit, vor allem in der zweiten Halbzeit: «Wir hatten einige gute Torchancen.»

Die erste bekam Raphael Meyer wenige Minuten nach Wiederanpfiff, doch Schötz-Torwart Stadelmann konnte den Ball festhalten. Dann verzog Milan Marjanovic. Und eine Viertelstunde vor Schluss verfehlte Lulzim Aliu das Tor mit seinem Kopfball nur knapp.

Auf der anderen Seite hatten die Dietiker allerdings zweimal Glück, als Schötz’ Michael Koch die Latte traf – einmal noch in der ersten Halbzeit, die ansonsten nur wenige Torszenen bot, und einmal fünf Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit. «Wir wussten, dass er einen starken Schuss hat», so Paiva. Es blieb jedoch beim 0:0, die Partie ging in die Verlängerung.

Sljivar musste nach zwei gelben Karten vom Platz

In dieser mussten die Dietiker nach wenigen Minuten auf einen ihrer Spieler verzichten: Adin Sljivar sah nach einem Foul zum zweiten Mal Gelb und wurde des Feldes verwiesen.
Die Limmattaler spielten nun also in Unterzahl, doch davon war vorerst wenig zu spüren. Nur fünf Minuten nach Sljivars Ausschluss nutzte Raphael Meyer, der nach dem Abgang von Aleandro Norelli als Sturmspitze fungierte, eine Vorlage des eingewechselten Luka Simic und traf zum 1:0. Die Antwort der Gäste liess allerdings nur drei Minuten auf sich warten. Der starke Koch nutzte einen missglückten Klärungsversuch der Dietiker mit einem satten Schuss zum 1:1. «Das war Pech, dass der Ball bei ihm landete», so Paiva.

In der zweiten Halbzeit der Verlängerung wogte das Spiel hin und her, bevor Elvis Bratanovic für die Gäste kurz vor Schluss nochmals im Strafraum für Gefahr sorgte. Sein Ball landete jedoch am Pfosten. Glück für Dietikon. Damit war auch die Verlängerung beendet, es kam zum Penaltyschiessen – mit dem bekannten Ausgang.

«Es ist schade, dass wir kurz nach Meyers Tor gleich das Gegentor erhalten haben», sagte Paiva. «Aber trotzdem haben wir gut gekämpft. Wir haben zwar schon besser Fussball gespielt, aber vom Willen her war es eine unserer besten Leistungen.» Man habe alles versucht, um in Dietikon wie im vergangenen Jahr in die erste Hauptrunde einzuziehen und ein Pokalfest organisieren zu können. «Aber das ist uns leider nicht gelungen», so Paiva. «Daher müssen wir uns auf die Meisterschaft konzentrieren.» In dieser erwarten die Dietiker nächste Woche Linth.

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