Illusionen hatten am Montagabend in der Urdorfer Mehrzweckhalle Zentrum keinen Platz. Das machte Sicherheits- und Gesundheitsvorstand Andreas Herren (SP) den 44 erschienenen Stimmberechtigten bereits am Anfang der vorberatenden Gemeindeversammlung klar.

«Unterengstringen hat letzte Woche die vorberatende Gemeindeversammlung in 15 Minuten abgehandelt und konnte dann den Apéro geniessen. So wird es bei uns nicht werden», sagte er. Zum einen, weil es mehr Zeit beanspruchen werde und zum anderen, weil es keinen Apéro gebe. Viel länger als in Unterengstringen dauerte es dann aber doch nicht.

Nach 21 Minuten schloss Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner (EVP) die Gemeindeversammlung. Die anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger empfahlen die Totalrevision der Statuten des Spitalverbands Limmattal einstimmig zur Annahme. Eine Diskussion wurde nicht gewünscht.

Am 19. Mai stimmen nicht nur die Urdorferinnen und Urdorfer, sondern auch die anderen elf Verbandsgemeinden an der Urne über die Änderungen der Spitalstatuten ab. Notwendig wird die Revision aufgrund der veränderten kantonalen Rechtsgrundlagen. Die Statutenänderungen sind mehrheitlich formeller Natur.

Inhaltlich relevant ist vor allem der angepasste Zweckartikel. Neu hat der Verband «die integrierte Gesundheitsversorgung der Bevölkerung» statt nur die Führung eines Akutspitals und eines Pflegezentrums zum Ziel. Zudem ändert sich der Verteilschlüssel. Die Gewinn- und Verlustverteilung unter den Trägergemeinden wird neu zu einem Drittel über die Bevölkerungszahl und zu zwei Dritteln über die entsprechende Bettenbelegung erfolgen.

Ein Wermutstropfen

Mit dieser Mischrechnung zeigte sich der Urdorfer Gemeinderat jedoch nicht zufrieden. Andreas Herren machte sich an der Delegiertenversammlung des Zweckverbands Spital Limmattal vergangenen September dafür stark, dass zu 100 Prozent über die Bettenbelegung abgerechnet wird. Doch sein Antrag wurde abgelehnt.

Nichtsdestotrotz ist der Gemeinderat von den notwendigen Anpassungen überzeugt. «Sie zielen in die richtige Richtung. Es herrscht breiter Konsens über die übrigen neuen Bestimmungen. Und mit der Mischrechnung können wir leben», sagte Herren. Er betonte aber auch, dass die Gemeinden als Eigentümerinnen des Spitals und des Pflegezentrums weiterhin ein Kostenrisiko tragen würden.

«Für Urdorf bedeutet das in den ersten 20 Jahren einen Zusatzbetrag von 50 000 Franken im Jahr», so Herren. Obwohl dies ein Wermutstropfen sei, würden der Gemeinderat und auch die Rechnungsprüfungskommission die Annahme der Statutenrevision empfehlen. «Denn das Gesundheits- und Betreuungsangebot, das wir damit sicherstellen können, ist es wert.»